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Winterimpressionen aus dem Teichgebiet Haselbach
Der starke Frost im Januar hat die Teiche vollends zufrieren lassen. Eine dicke Schneedecke bedeckte das ganze Teichgebiet. Auch wenn die Wasservögel das Gebiet verlassen mussten ist dennoch viel Leben zu entdecken. Spuren im Schnee verraten den einen oder anderen Besucher der den Weg über das Eis nahm. Die Stimmung des sich in eine weiße Decke gehüllte Teichgebietes fing unser Naturfotograf Torsten Pröhl ein.
(Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl)

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Bartmeisen im Haselbacher Teichgebiet
Den „Nichtornithologen“ ist sie hier im Binnenland völlig unbekannt - die exotisch anmutende Bartmeise, die im Winter in geringer Stückzahl die Schilfflächen unserer Teiche aufsucht, aber auch schon vereinzelt zur Brutzeit registriert wurde. Sie benötigt die ausgedehnten Schilfflächen, da sie sich im Winter vom Samen des Schilfs ernährt und zur Brutzeit bauen sie ihr napfförmiges Nest im Schilf nahe der Wasseroberfläche. Ihr Hauptverbreitungsgebiet in Deutschland liegt an den Küsten von Nord- und Ostsee. Sie ist jedoch in Ausbreitung begriffen und wird auch im Binnenland zur Brutzeit immer häufiger beobachtet. Im Winter suchen Trupps von Bartmeisen die Schilfflächen an den Binnenlandgewässern auf. So auch in diesem Winter in den Haselbacher Teichen. Vielleicht brütet bald die erste Bartmeise in Haselbach. Torsten Pröhl konnte im Januar einen Trupp Bartmeisen beobachten und im Foto festhalten.
(Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl)

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Herbstimpressionen im Haselbacher Teichgebiet
November 2008: Ein Besuch des Teichgebietes im Herbst lohnt sich immer. Nicht nur die zahlreichen Zugvögel begeistern die Besucher, sondern auch eindrucksvolle Stimmungen am Abend. Hier einige Impressionen von Torsten Pröhl.
(Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl)

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Abfischaktion des Nobitzer Teiches
4.10.2008: In diesem Jahr wurde der Nobitzer Teich, der zweitgrößte Teich des Teichgebietes, abgefischt. Einen Teil der Beifische, vor allem Rotfedern, Karauschen und Barsche, setzten wir in den letztes Jahr abgefischten Teich „Die See“ ein. Erfreulich war die Menge an Karpfenbrut von diesem Jahr, welche ebenfalls zum Teil umgesetzt wurde. Von den schlachtreifen Karpfen wurde ein Teil sofort verkauft und teilweise auch für den Verkauf vor Weihnachten zwischengehältert. Ausgesuchte Exemplare zur Weiterzucht setzten wir in die See und natürlich auch zurück in den Nobitzer Teich. Ebenso Schleien, die noch einige Jahre benötigen. Beendet wurde die Abfischaktion mit dem gemeinsamen Essen. Eine Fischsuppe und geräucherter Karpfen direkt aus dem Räucherofen belohnten für die Arbeit.
(Fotos: Horst Heinrich/Regis-Breitingen)

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Winterarbeitseinsätze im Haselbacher Teichgebiet
2008:Dank der milden Witterung konnten im Haselbacher Teichgebiet schon im Januar und Februar 2008 von Mitgliedern Pflegeeinsätze durchgeführt werden.
Wie immer: Müll
Der erste Einsatz galt, und das ist schon Tradition, dem DDR-Müll. Wieder zwei große Container wurden beladen und somit eine weitere Müllecke beseitigt. Diesmal waren es die Aufbauten von zwei zusammengefallenen Bauwagen. Die Unterteile müssen noch verschrottet werden. Das kommt auch noch. Dann sind noch große Betonteile zu entsorgen, was jedoch nur mittels Technik möglich ist und ein ehemaliger Graben, nur wenige werden ihn kennen, denn er liegt am Rand und ist sehr versteckt, wurde zu DDR-Zeiten als Müllkippe missbraucht. Dort ist ein Bagger von Nöten. Wir werden also noch einige Jahre mit Müll im Teichgebiet zu kämpfen haben.
Kopfweiden
Nur wenige Kopfweiden befinden sich im Teichgebiet. Somit waren diese schnell geschnitten. Damit in dieser historischen Teichanlage auch diese Kulturform präsenter wird, haben wir einige neue Weiden gesteckt. Obstbäume wurden von uns ja schon im Herbst neu gepflanzt. Mittlerweile dürften wir weit über 100 neue hochstämmige Obstbäume alter Sorten gepflanzt haben.
Strukturen für den See
Der große See ist unter der Wasseroberfläche sehr strukturarm. Wasserpflanzen können kaum Fuß fassen, da die große Anzahl überwinternder Schwäne Unterwasserpflanzen schnell ausreisen. Selbst Teich- und Seerosen fassen nicht Fuß, denn deren Rhizome werden nach dem Ausbringen gleich wieder ausgerissen. Somit haben wir angefangen im Teich Strukturen einzubauen. Diese haben außerdem die Funktion den Fischen Schutz zu gewähren. Auch wenn der Kormoran bei uns willkommen ist, wollen wir es ihm doch nicht zu leicht machen. Im flachen Teich ohne Unterwasserstrukturen haben Fische nur wenige Chancen. Ein bewährtes Mittel, von Angelvereinen in ihren Gewässern schon oft eingesetzt, ist das Versenken von Reisigbündeln zu Totholzburgen unter Wasser. Drei solche „Burgen“ haben wir eingebaut, die mit Teich- und Seerose unterpflanzt wurden. So finden Fische Schutz und die Wasserpflanzen können sich von dort aus ausbreiten.
Wer gut arbeitet, soll auch gut essen
- Ein Maxime, die wichtig ist für unser Vereinsleben. Ein besonderer Höhepunkt eines solchen Arbeitseinsatzes ist immer das gemeinsame Mittagessen. Diesmal wurde ein geschenktes kleines Schwein auf dem Spieß gebraten und von den hungrigen Naturschützern verspeist. Das lässt zeigt, dass zu solch einem Arbeitseinsatz gehörig Personen anwesend sind, nicht nur weil es was zu essen gibt, sondern auch, weil das gesellige Beisammensein zur guten Vereinskultur gehört.
Anmerkung: Vegetarier bekommen bei uns immer eine „Extrawurst gebraten“.

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Die "See" wurde im Herbst 2007 erstmals
abgefischt.
Es bildeten sich viele Schlammbänke, die den durchziehenden
Sumpfvögeln
als Nahrungsareale dienten. Das Foto entstand einige Wochen nach dem
Abfischen, als die "See" bereits langsam wieder
vollläuft (Foto: M.
Dech).
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Abfischen der
Haselbacher Teiche
Ausgewogener
Wildfischbesatz als Garant für hohe Artenvielfalt
Von Ende Oktober bis Anfang November 2007 fischte der NABU Altenburger
Land vier Teiche im Haselbacher Teichgebiet ab. Drei kleine Teiche, der
kleine und der große Schirmteich, sowie der Hummelteich
erfuhren erstmals durch den NABU eine Kontrollbefischung. Diese kleinen
Teiche werden nicht als Produktionsteiche genutzt. Ein ausgewogener
Wildfischbesatz soll hier die Entwicklung einer Unterwasserflora
gewähren und fischfressenden Wasservögeln als
Nahrungsgrundlage dienen. Die breiten Schilfgürtel sind
Brutplätze für Rohrweihe, Zwergdommel, Rohrschwirl,
Teich- und Drosselrohrsänger, aber auch die
Laichplätze für Moor- und Laubfrosch.
Mit
Spannung erwartet: Ablassen der „See“
Ein besonderes Ereignis jedoch war das Abfischen der See. Erstmalig
nach drei Jahren Bespannung ließen wir den
Größten der Haselbacher Teiche ab. Karpfen, Schleie,
Hecht und Flussbarsch wurden vor Ort verkauft oder an den Handel
geliefert. Sehr interessant war die Zusammensetzung des sonstigen
Wildfischbestandes. In den vergangenen Jahren setzten wir
außer Karpfen, Schleie und Hecht in
Größenordnungen Karausche, aber auch Flussbarsch und
Rotfeder. Wir als „Naturschutz-Teichwirte“ haben
die Aufgabe, Fisch fressenden Vögeln und Fischottern einen
reichen Tisch zu decken. Es ist sogar Pachtbedingung, die wir gern
erfüllen. |
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Auch der
Fischotter profitiert vom reichhaltigen Fischangebot. Seit 2004
gelangen eine Reihe von Nachweisen der Art an den Haselbacher Teichen
Foto: fokus-natur/Leo). |
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Zufluchtsort
für gefährdete Tierarten
Thüringens einzige kleine Kormorankolonie befindet sich auf
der Insel der See. Eine Graureiherkolonie befindet sich im benachbarten
Sächsischen Teil und der Fischadler ist
regelmäßiger Gast. Der Fischotter hat seit 2004
seinen Unterschlupf direkt am Gewässer und der Seeadler tritt
als gelegentlicher Nahrungsgast im Gebiet auf. Das sind alles Tiere die
nicht zu kleine Fische als Beute benötigen: Rotfeder, Barsch
und Karausche sind ihnen gerade recht.
Ein
Problemfisch ist im Landkreis seit fast
zwanzig Jahren der aus
Asien stammende Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva).
Diese
Art
neigt zur Massenvermehrung und ist als Laichverzehrer nicht gern
gesehen. Wir hatten schon nach dem ersten Jahr Bespannung die
Massenvermehrung im Teich bemerkt, gleichzeitig jedoch auch das
Ansteigen der Bestände der fischfressenden Vögel
registriert,
die die bis zehn Zentimeter großen Fische bevorzugen.
Rekordbestände
bei Haubentauchern
Schon im Jahre 2006 stellten wir die bisher größten
Brutpaarzahlen an Hauben- und Zwergtauchern fest, die jemals
registriert wurden. Der Haubentaucher war mit 35 bis 38 Brutpaaren
allein in dem vom NABU gepachteten Thüringer Teil des
Teichgebietes vertreten. Im Sächsischen, konventionell
bewirtschafteten Teil brüteten lediglich zwei Paare, und eines
davon erfolglos. Im Jahr 2007 übertraf sich der
Haubentaucherbestand nochmals. Wir registrierten kolonieartiges
Brüten an den Schilfrändern der See und des Nobitzer
Teiches
und wiesen somit im gesamten Teichgebiet 60 bis 80 Brutpaare nach.
Viele davon brüteten zweimal im Jahr, so dass wir selbst im
Oktober noch fütternde Altvögel
beobachteten.
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Das Abfischen
hat sich bei den Silberreihern wieder schnell herumgesprochen: Bis zu
50 Exemplare dieser grazilen Vögel haben sich zeitweise im
Teichgebiet sehen lassen
(Foto: fokus-natur/Pröhl). |
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Temporäre
Rastplätze für Zugvögel
Mit dem Ablassen der Teiche begannen wir schon zeitig im September, so
dass Schlammbänke zur Zugzeit der Sumpfvögel
vorhanden waren.
Wasserläufer, Grünschenkel Bekassinen und andere
Schnepfenvögel nutzten das Teichgebiet zur Rast, aber auch
wieder
meist über 50 Silberreiher, die die flachen
Wasserlöcher zum
Fischfang nutzten.
Die Entwicklung der Vogelwelt, aber auch die des Lurchbestandes und der
Libellenzusammensetzung zeigen uns, dass ein Naturschutzverein mit
Übernahme der Teichbewirtschaftung in nur wenigen Jahren die
Lebensbedingungen für viele gefährdete Tierarten, in
einem
bisher konventionell bewirtschafteten Teichgebiet verbessern
kann.
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Mit ihrem
löffelartigen Schnabel durchseien Löffelenten die
Wasseroberfläche nach tierischem und pflanzlichem Plankton
(Foto: fokus-natur/Leo). |
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Löffelente
wieder in Haselbach
Nachweis
einer Löffelentenbrut an den Haselbacher Teichen
An den
Haselbacher Teichen hat es in diesem Jahr eine erfolgreiche Brut der
Löffelente gegeben. Die in Deutschland sehr seltene Vogelart
brütet vorzugsweise an eutrophen flachen
Binnengewässern, Sumpfgebieten mit freien
Wasserflächen, Altwässern, Stauseen und
Gräben in Feuchtgrünland. Löffelenten
brauchen einen reich entwickelten Gelegegürtel sowie eine
ausreichende Nahrung in Form von auf der Wasseroberfläche
schwimmenden tierischen und pflanzlichen Organismen. Hohe
Karpfenbesätze können das für die Art
notwendige Nahrungsangebot erheblich reduzieren. Zudem ist die
Löffelente sehr empfindlich gegenüber
Störungen.
Das nachgewiesene Päärchen brütete am
Nobitzer Teich und brachte drei Junge hervor.
Neben den vielen anderen
faunistischen Neuheiten und Zunahmen bestimmter Zeigerarten bescheinigt
uns auch die erfolgreiche Brut der Löffelente, dass sich die
ökologischen Bedingungen im Gebiet verbessern. Die letzten
vereinzelten Brutnachweise der Art stammen aus den 1970er Jahren. In
ganz Thüringen gibt es jährlich kaum mehr als
fünf Brutpaare. Im Brutjahr 2007 war außerdem lange
Zeit ein Päärchen der Kolbenente anwesend, weshalb es
für die Art Brutverdacht gibt. Die beiden
Gründelenten Knäk- und Schnatterente konnten
ebenfalls im Sommer beobachtet werden. |
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Neues Vogelparadies im
Altenburger Land
Positive Entwicklung
der vom NABU gepachteten Haselbacher Teiche
Im
Teichgebiet haben sich bereits ein Jahr nach der
Pachtübernahme (Mai 2004) des thüringischen Teiles
durch den NABU Altenburger Land erfreuliche Entwicklungen für
die Tierwelt aufgetan. Dies macht den Zusammenhang von extensiver
Bewirtschaftung und Artenvielfalt deutlich. Besonders bemerkenswert ist
der Nachweis einer Reihe von Vogelarten, die seit vielen Jahren das
erste Mal wieder im Altenburger Land brüten. Seit 2005
zählt der Landkreis und damit das Bundesland
Thüringen außerdem eine neue Art als Brutvogel: den
Kormoran. Im Rahmen einer Siedlungsdichteerhebung der
Brutvögel im Haselbacher Teichgebiet (Thüringer und
Sächsischer Teil, ohne Kirchteich) von Mitte März bis
Ende September 2005 konnten insgesamt 20 „an Wasser
gebundene“ Brutvogelarten festgestellt werden. Parallel dazu
erfolgte eine quantitative Erfassung der Amphibienbestände.
Die hier vorgestellten Ergebnisse sind auf diese beiden Untersuchungen,
aber auch auf die Mitteilungen von Ornithologen
zurückzuführen.
Erfolgreiche Brut des Rothalstauchers
Ende April 2005 glaubten viele Naturfreunde ihren eigenen Augen nicht:
Ein Rothalstaucherpaar balzte lauthals auf dem „Nobitzer
Teich“! Dieses Spektakel konnte einige Tage beobachtet
werden, bevor das Paar am Rande einer Schilfinsel sein Nest errichtete
und dort brütete. Im weiteren Verlauf konnten drei
Jungvögel registriert werden, von denen aber nur ein Tier bis
in den Juli hinein beobachtet wurde. In Thüringen ist das
Vorkommen des Rothalstauchers auf einige wenige sporadische Bruten
begrenzt; von den Haselbacher Teichen existieren die letzten
regelmäßigen Brutnachweise aus den 1930er Jahren.
Brutkolonie des Kormorans
Für Naturfreunde, Spaziergänger und Ornithologen war
die im Frühjahr gebildete Brutkolonie des Kormorans auf der
Insel der „See“ kaum zu übersehen.
Währenddessen diese Art schon seit einigen Jahren im
Teichgebiet im Herbst eine größere
Schlafgemeinschaft bildet, schritt sie 2005 erstmals zur Brut. Von den
zeitweise bis zu 16 errichteten Nestern zogen zehn Paare erfolgreich 29
Jungvögel auf. Während der Kormoran in anderen
Gebieten nicht oder nur teilweise geduldet wird, da ihm große
Schäden an den Fischbeständen von Angel- und
Fischereigewässern nachgesagt werden, wird es hier keine
Vergrämungs- oder Abschussmaßnahmen geben. Die
Brutkolonie an den Haselbacher Teichen ist die einzige Brutkolonie in
Thüringen, bei der ein Bruterfolg zu verzeichnen war. Zwei
weitere Brutversuche in Thüringen wurden gestört und
blieben erfolglos.
Einziger Brutstandort der Zwergdommel in
Thüringen?
Wie vielen Ornithologen schon bekannt ist, gibt es seit wenigen Jahren
Brutzeitbeobachtungen sowie wahrscheinlich auch erfolgreiche Bruten von
der Zwergdommel an den Haselbacher Teichen. Im Jahr 2005 konnten an
vier verschiedenen Orten im thüringischen Teil rufende
Individuen vernommen werden. Kaum zu überhören waren
dabei zwei Vögel, die im Zeitraum von Ende Mai bis Ende Juni
bzw. Mitte Juli an mehreren Tagen (oft gleichzeitig) gerufen haben. Mit
großer Wahrscheinlichkeit handelte es sich dabei um
unverpaarte Männchen, währenddessen die an anderen
Orten vernommenen Zwergdommeln möglicherweise schon verpaart
waren. Von dieser Art, welche in Deutschland „vom Aussterben
bedroht“ (Rote Liste 1) ist, existieren in Thüringen
nur sehr spärliche Brutzeitbeobachtungen. Am
Prößdorfer See (Lkr. Altenburger Land) gibt es seit
Mitte der 1980er Jahre Beobachtungen zur Brutzeit, und im benachbarten
Landkreis Greiz gab es 1985 Brutverdacht. An den Haselbacher Teichen
gab es noch bis 1960 regelmäßige Bruten
(Maximalzahl: 10 Brutpaare!). Mit dem Beginn der intensiven
Fischwirtschaft ab etwa 1950 gingen die Bestände in diesem
Gebiet immer weiter zurück (KALBE 1965), bis sie
schließlich erloschen.
Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Reiherart, die sich von kleinen
Fischen, Insekten und Fröschen ernährt, in den
nächsten Jahren behaupten wird. Im überregionalen
Rahmen gibt es seit einigen Jahren positive Entwicklungen, so dass die
jetzigen Bedingungen der extensiven Fischwirtschaft an den Haselbacher
Teichen sicherlich für die Zwergdommel nur förderlich
sein können.
Erfolgreiche Bruten der Schellente
Auch von der Schellente, die ihr geschlossenes Brutareal
östlich der Elbe hat, gibt es für die Haselbacher
Teiche im Brutjahr 2005 Positives zu berichten. Es hat drei Bruten
gegeben. Ein Weibchen brachte neun Junge zur Welt und führte
diese mindestens drei Wochen am „Nobitzer Teich“
und „Rittergutsteich“. Nach vier Wochen konnten
dann noch fünf Junge beobachtet werden. Ein Junge
führendes Weibchen wurde außerdem auf der
„See“ beobachtet und ein weiteres wurde tot unter
einem der drei Schellenten-Nistkästen am Ufer der
„See“ gefunden. Die fünf Eier des
letztgenannten Vogels im Nistkasten waren leider erkaltet.
Hohe Brutbestände bei Hauben- und
Zwergtaucher
Erfreuliche Entwicklungen konnten des Weiteren beim Hauben- und
Zwergtaucher verzeichnet werden. Der Brutbestand des Haubentauchers im
Jahr 2005 belief sich auf mindestens 23 Brutpaare. An einem einzigen
Tag konnten 15 - 16 besetzte Nester und zwei Familien registriert
werden. Bei einer Brutvogelkartierung 2003 wurde nur etwa die
Hälfte des Bestandes von 2005 erfasst. Auffallend ist dabei
die Tatsache, dass es in diesem Jahr im sächsischen Teil nur
einen einzigen (erfolglosen) Brutversuch gegeben hat,
währenddessen zwei Jahre zuvor zwei erfolgreiche Bruten und
zweimal Brutverdacht registriert werden konnten. Im Thüringer
Teil hingegen gab es in etwa eine Verdopplung des
Haubentaucherbestandes.
Ein ähnliches Bild zeichnete sich beim Zwergtaucher ab: Hier
belief sich der Bestand im Jahr 2005 auf 17 - 18 Brutpaare,
währenddessen zwei Jahre zuvor nur 10 - 11 Brutpaare
verzeichnet wurden. Im sächsischen Teil verringerte sich die
Anzahl der Brutpaare um die Hälfte von 6 - 7 auf 3. Im
Thüringer Teil hingegen stieg die Zahl der Brutpaare von 4 auf
14 - 15.
Erfreuliche Entwicklungen des
Laubfroschbestandes
Nachdem im Jahr 2003 bereits eine Erfassung der
Amphibienbestände erfolgte, wurden 2005 die Amphibien an den
Haselbacher Teichen quantitativ erfasst. Auch bei dieser Tiergruppe
scheinen sich schon jetzt positive Entwicklungen abzuzeichnen. So
konnten 2005 insgesamt 12 - 14 rufende Laubfrösche
festgestellt werden – so viel wie seit vielen Jahren nicht
mehr. Obwohl in angrenzenden Teichgebieten wie, z. B. Windischleuba in
den letzten Jahren Bestandserhöhungen zu verbuchen waren,
stagnierten die Bestände dieser Art an den Haselbacher Teichen
in jenem Zeitraum auf einem sehr niedrigen Niveau. Die im Jahr 2005
registrierten Laubfrösche verteilten sich auf sechs
Gewässer, drei im sächsischen Teil (6 - 7 rufende
Männchen) und drei im thüringischen Teil (6 - 7
rufende Männchen). Die im Thüringer Teil erfassten
Tiere zeugen augenscheinlich von der Fähigkeit dieser Art,
sich neu entstehenden Bedingungen schnell anpassen zu können,
denn hier gab es seit vielen Jahren keine Beobachtungen von
Laubfröschen mehr. Einen hohen Karpfenbesatz gibt es seit der
Pachtübernahme des NABU nicht mehr. Es gibt guten Grund zur
Hoffnung auf eine Erholung der Bestände des Laubfrosches, aber
auch der anderen Amphibienarten.
Ausblick
Die in dem kurzen Zeitraum eingetretenen Entwicklungen in der Vogelwelt
und bei den Amphibien zeigen, dass wir voller Zuversicht in die
kommenden Jahre blicken können. Die naturnahe Bewirtschaftung
mit fehlendem Massenbesatz an Karpfen schafft für eine
Vielzahl von Arten positive Bedingungen. Die geringere Trübung
des Wassers durch weniger Wühltätigkeit von Fischen
bringt günstigere Sauerstoffverhältnisse und damit
mehr Nahrung für fischfressende Vögel mit sich. Diese
Vogelarten wie Taucher (Haubentaucher, Zwergtaucher, Rothalstaucher,
Schwarzhalstaucher), Reiher (Graureiher, Zwergdommel, Rohrdommel) und
auch der Eisvogel profitieren außerdem von einer
höheren Vielfalt an Fischarten sowie dem Vorhandensein
verschiedener Altersklassen, also Fischen verschiedener
Größe. Die positive Entwicklung in der Vogelwelt
kann stellvertretend für andere Tiergruppen, aber auch
Pflanzengruppen gelten; hat diese Gruppe doch in der Natur eine
Indikatorfunktion: Viele Arten der Wasservögel stehen im
oberen Teil der Nahrungskette und sind somit Zeiger der
ökologischen Bedingungen eines Gebietes.
Literatur
Kalbe L. (1965): Die Vogelwelt des Haselbacher Teichgebietes - Abh.
Ber. Naturkdl. Mus. Mauritianum Altenburg 4
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