Spektakuläre Wintergäste auf NABU-Fläche Löbichau
2008:
Inmitten der ausgeräumten und übernutzten Agrarlandschaft liegt nun seit nur wenigen Jahren die NABU-Fläche bei Löbichau. Auf feuchtem Grund entstanden beachtliche Flächen mit dichten Rohrglanzgras- und Reitgrasbeständen. Nicht nur im Frühjahr und Sommer bieten diese Flächen den Arten des Offenlandes, wie z.B. der Grauammer und dem Wiesenpieper passende Lebensräume. Auch im Winterhalbjahr stellten sich zur Zugzeit und zur Überwinterung Vogelarten ein, die sehr selten in unserer Landschaft und besonders in der ausgeräumten Ackerlandschaft zu finden sind. Unsere Mitglider Torsten Pröhl und Nico Kießhauer, die die Fläche hauptsächlich betreuen, konnten zahlreiche interessante Winterbeobachtungen machen.
Bekassine und Zwergschnepfe
Zwei Schnepfenvögel, die Bekassine und deren kleinere Ausgabe, die Zwergschnepfe, konnten erstmalig auf der neuen Fläche beobachtet werden. Besonders die nassen Rohrglanzgrasbestände nutzten die zwei Arten für ihren Aufenthalt zur Rastzeit. Es ist erstaunlich, dass diese Arten solche kleinen Flächen inmitten der Agrarsteppe ausfindig machen. Meist werden sie in Verlandungszonen von Teichen und Stauseen in den Flusstälern festgestellt. Hier zeigt sich, wie wichtig solche Trittsteinhabitate für Zugvögel sein können. Oft werden solche Rastflächen zu traditionellen Aufenthaltsorten zur Zugzeit, so dass es hier wichtig ist diese günstigen Rastbedingungen möglichst lange zu erhalten.
Kornweihen
Ein gutes Mäusejahr war das Jahr 2007. Auch auf der offen gelassenen Fläche konnte man ein Mauseloch am anderen finden. Eine gute Nahrungsgrundlage für Greifvögel auf dem Durchzug oder im Winterquartier. Regelmäßig sind natürlich Mäusebussarde und Turmfalken zu beobachten, jedoch auch zur Zugzeit Rot- und Schwarzmilane. Die besondere Attraktivität der Fläche offenbarte sich jedoch durch den Aufenthalt von bis zu vier Kornweihen. Diese eleganten, jedoch stark bedrohten Greifvögel bevorzugen Wiesenflächen. Zum einen natürlich zur Brut, denn sie legen ihre Nester im hohen Gras an, zum anderen aber auch zur Nahrungssuche während der Zugzeit. Die große Anzahl dieser sonst seltenen Art zeigt an, dass die Fläche ein besonders hervorzuhebendes Kleinod in unserer Landschaft ist.
Sumpfohreulen
Ein besonderes Ereignis war die Feststellung von zwei Sumpfohreulen in den Rohrglanzgrasbeständen der Aufstandsfläche. Die Sumpfohreule ist ein seltener Wintergast. In Thüringen werden jährlich nur wenige Tiere registriert.
Sie hielten sich tagsüber verborgen im Kleinröhricht auf, in denen die Sitzplätze mit Gewöllen ausgemacht werden konnten. Einige Gewölle wurden vom naturkundlichen Museum Mauritianum Altenburg untersucht. Diese erbrachten bisher nur Feldmäuse. Auf der Fläche konnte jedoch schon die Feldspitzmaus festgestellt werden.
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