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NABU Altenburger Land > Natur- und Artenschutz |
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Neueste Aktivitäten der Schmöllner Naturfreunde in Löbichau
(Januar 2012) Auch im vergangenen Jahr haben wir
wieder einige Maßnahmen auf unserer Wismutfläche bei
Löbichau umgesetzt.
Mit fleißiger Unterstützung der Schmöllner Naturfreunde
des NABU wurden zum Beispiel viele einheimische Sträucher
gepflanzt und mit aufwendigen Maßnahmen haben wir unserere
Obstbaumpflanzungen vor Verbiß durch unsere vierbeinigen
Weidegänger geschützt. In unserem Schafstall haben wir durch
Einflugöffnungen im Dachkasten viele neue Unterschlüpfe und
Brutmöglichkeiten für Gebäudebewohner geschaffen.
Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl
Wir hoffen auf noch mehr Dohlen (2011: 3 Paare im
Stall), Sperlinge und Schwalben. Turmfalke und Schleiereule sind ja
schon länger eingezogen.
Durch Sammeln von Feldsteinen haben wir mehrere neue Steinhaufen
errichten können. Mit Eigenmitteln und Spenden haben wir erneut
großes Geschütz auffahren können, um mit der
Biotopgestaltung fortzufahren. Ein großer Kettenbagger und eine
Planierraupe haben jeweils 3 Tage lang neue Laichgewässer
angelegt, Rohbodenstandorte und kleine Kießgruben geschaffen.
Mittlerweile haben wir auf unserer Fläche 28 mittlere und kleine,
teils temporäre, Gewässer vorzuweisen. Kreuzkröten
nutzen diese jährlich zu vielen Hunderten zum Laichen, hier
dürfte es sich um eines der größten Refugien der Art in
Thüringen handeln.Vor allen Dingen ein Refugium, welches Bestand
haben wird, und nicht, wie zum Beispiel in Tagebauen und
Kießgruben , nach kurzer Zeit durch Rekultivierung wieder
verschwinden. Auch vom Grasfrosch gibt es inzwischen große
Bestände und der vor drei Jahren eingewanderte Laubfrosch hat
letztes Jahr auch schon recht zahlreich und lautstark auf sich
aufmerksam gemacht.
Mehr und mehr Sorgen macht uns aber, das unsere schöne Fläche
immer mehr von der intensiven Landwirtschaft mit ihrer exzessiven und
aggressiven Vorgehensweise, in die Zange genommen wird. Erst in letzter
Zeit fanden in unmittelbarer Nähe Grünlandumbrüche,
Melioration von Feuchtwiesen und ersatzlose Rodung von Feld und
Flurgehölzen statt. Das alles unter dem Deckmantel der angeblichen
"guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft". Das alles wird von den
Behörden, bis in allerhöchste Ebenen, stillschweigend
hingenommen. Wertvolle Gebiete werden durch solches Tun immer mehr zu
Inseln in lebensfeindlicher Umgebung, viele Arten (Rebhuhn),
können von immer weiter auseinanderliegenden Inseln, den Kontakt
zu Ihresgleichen nicht mehr herstellen und werden verschwinden.
Trotzdem sind wir optimistisch und sind gespannt was das Frühjahr
alles bringt und werden an dieser Stelle zu gegebener Zeit berichten.
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Karpatenbüffel im Altenburger Land
(April 2011) Die nächste Etappe des
Karpatenbüffelprojektes hat begonnen. Seit dem 16.04.2011 stehen
die mittlerweile 14 Büffel auf der Weide. Zwei Tiere fühlen
sich auf unserer Nöbdenitzer Wiese (Wanderweg / Sprotteradweg von
Nöbdenitz über die Rothenmühle nach Posterstein) wohl.
Die übrigen 12 Tiere wurden am 16.04.2011 auf die Weide in den
Pleißewiesen zwischen Remsa und Windischleuba (Wiesenweg)
gebracht.
Die Tiere haben die Umstellung vom Stall auf die
neuen Wiesen schnell verkraftet. Neu war auch der elektrische
Weidezaun, der inzwischen von allen Tieren problemlos akzeptiert wird.
An längsten dauerte das Zusammenfinden und die Klärung der
Rangfolge in der Herde.
Foto:Uwe Andersch
Seit Ende 2010 besitzt der NABU Altenburger Land
12, mittlerweile sogar 13 Karpatenbüffel, die bald auf einigen
unserer Wiesen im Landkreis weiden werden. Schon seit einigen Jahren
waren wir bestrebt, geeignete Tiere für die Beweidung unserer
immer größer werdenden Flächen zu finden. 2009 haben
wir uns für den Karpatenbüffel entschieden, der gut an unser
Klima angepasst ist, sich für eine ganzjährige
Freilandhaltung eignet und sich auf den sehr feuchten bis sumpfigen
Wiesen, um die es uns geht, wohl fühlt. Der Karpatenbüffel
ist eine Unterart (Schlag) des Büffels, die bis vor ein bis zwei
Jahrzehnten in Rumänien weit verbreitet war. Inzwischen sind die
Bestände von mehreren hunderttausend Tieren bis auf wenige Reste
zusammengeschrumpft. Büffel werden nur noch von wenigen, meist
älteren Menschen gehalten. Aktivitäten zur Erhaltung der
Unterart gibt es bisher nicht. Die Haltung in Deutschland würde
insofern auch einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung leisten.
Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl, Uwe Andersch, Mike Jessat, Lutz Köhler
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Mit der Entscheidung für den
Karpatenbüffel begann ein nicht ganz unkomplizierter Weg.
Im Sommer 2009 wurden zusammen mit unserem rumänischen Kontaktmann
ein Teil der Restbestände kartiert. Mitte Oktober 2009 weilten
einige NABU-Mitglieder (einschließlich Tierarzt) für drei
Tage in Rumänien, um das Büffelprojekt voranzutreiben. Ein
Teilnehmer berichtet darüber:
„Richi, unser Verbindungsmann aus Arad, hatte exzellente
Vorarbeit geleistet, so dass an einem Tag (eigentlich erst ab Mittag)
10 Bauern in den beiden Dörfern Dieci und Laz besucht, Blutproben
von deren Büffeln genommen und Preise ausgehandelt werden konnten.
Gerade für Steffen, der erstmals in Rumänien weilte, war die
durch extensive Viehhaltung geprägte Hügellandschaft um die
Dörfer herum ein beeindruckendes Erlebnis. Zwischen den beiden
Dörfern konnten wir auch die große Büffelherde auf der
traditionellen Weide erleben. Den ganzen Tag wurden wir vom
Hirtenehepaar begleitet, zunächst von der Frau, später nach
„Schichtwechsel“ vom Ehemann. Bei den einzelnen Bauern gab
es unterschiedliche Erlebnisse. Bei der überwiegenden Mehrheit
jedoch spürte man ein besonderes Verhältnis zu ihren Tieren
verbunden mit einem positiven Stolz. Hier wurden wir besonders herzlich
empfangen. Jetzt im Herbst ist es üblich, die Kälber an den
Schlächter zu verkaufen. Bei zwei Bauern gibt es andere
Gründen, sich von den Büffeln zu trennen. Einer davon hatte
im letzten Jahr bei der Maisernte eine Hand verloren und schafft es nun
einfach nicht mehr, sich um die Tiere zu kümmern. Auf einem
anderen Hof möchte ein Ehepaar aus Altersgründen die
Büffelhaltung (3 Kühe, 1 Kalb) einstellen. Obwohl wir es
eigentlich mehr auf Kälber abgesehen haben, ist dies besonders
interessant, weil wir hier ein originales Anspanngeschirr mitbekommen
würden.“
Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl, Uwe Andersch, Mike Jessat, Lutz Köhler
Dem positiven Erlebnis in Rumänien folgte
unmittelbar ein herber Rückschlag. Die Auswertung der Blutproben
ergab, dass die Tiere mit einem Herpesvirus (BHV1) infiziert waren.
Damit war ein Import nicht möglich.
Da die Büffel in den Dörfern in Herden leben, war es auch
unwahrscheinlich, dass es in dem untersuchten Gebiet noch nicht
infizierte Tiere gibt. Für einen erfolgreichen Import ergab sich
damit folgendes Szenario: Vor dem Import müssen die Tiere
immunisiert werden. Das geht nur, wenn sowohl die Mutterkühe als
auch die Kälber geimpft werden. Vor der Einfuhr müssen
Blutproben untersucht werden. Hier ist dann eine Quarantäne und
eine erneute Kontrolle erforderlich.
Wir haben unseren rumänischen Kontaktmann gebeten, die Bauern
über das Szenario zu informieren und sie für eine
Immunisierungsaktion zu gewinnen. Erfolg hatten wird damit nicht. 2010
lief es besser. In einer anderen Gegend Rumäniens führte das
gemeinsame Engagement einiger Vereinsmitglieder mit unseren
Kontaktleuten in Rumänien zum Erfolg. Unsere Freunde haben diesmal
herpesfreie Tiere gefunden, von denen wir 12 kaufen und Ende 2010
importieren konnten.
Die 4 Kühe, 6 Färsen und 2 Jungbullen wurden zur
Eingewöhnung und Quarantäne in Thonhausen im Stall eines
Vereinsmitgliedes untergebracht, wo sie bisher betreut werden. Die
Jungbullen stammen aus einer anderen Gegend als die Kühe und
Färsen und sind mit diesen nicht blutsverwandt. Insofern liegen
sehr gute Voraussetzungen für die Nachzucht vor. Der Stall in
Thonhausen diente bis vor ca. 20 Jahren als Kuhstall und wurde seit dem
nicht mehr genutzt. Um ihn für die Unterbringung der Büffel
herzurichten, waren viele Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern und
Naturfreunden aus dem Schmöllner Raum erforderlich.
Anfang 2011 hat eine der Kühe ein weibliches Kälbchen zur
Welt gebracht, der Bestand ist also schon gewachsen.
Anfang April 2011 ist für die Büffel die Zeit im Stall
vorbei. Sie werden dann auf verschiedenen Feuchtwiesen im Altenburger
Land zu sehen sein. Der Weideeinsatz erfolgt zur Flächenpflege und
nicht aus Interesse an „exotischen“ Rassen. Die teilweise
sehr nassen bis sumpfigen Flächen sind für viele Tier- und
Pflanzenarten besonders wertvoll. Sie können aber nicht sich
selbst überlassen werden, da sie dann allmählich verbuschen
und sich ihre Struktur erheblich verändern würde. In einem
großflächigen natürlichen Umfeld ist das kein Problem,
da sich an anderen Stellen entsprechende Lebensräume neu bilden.
In der Kulturlandschaft ist das nicht möglich. Aus diesem Grunde
besteht Naturschutz auch darin, bestimmte Lebensräume durch
Pflegemaßnahmen zu erhalten. Mit den bisher eingesetzten Rindern,
Schafen und Ziegen ist die Beweidung auf den beschriebenen Flächen
nicht im erforderlichen Maße möglich, da diese Tiere die
entsprechenden Bereiche meiden, den feuchten und sumpfigen Boden nicht
vertragen bzw. die zurückzudrängenden Büsche nicht
fressen.
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Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl, Uwe Andersch, Mike Jessat, Lutz Köhler
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Dohlen in Gieba
Vor zwei Jahren haben die Schmöllner
Naturfreunde die Kirchturmkuppel der Giebaer Kirche repariert ,von
Taubenkot befreit, einen Brutplatz für die Schleiereule geschaffen
und einen Dohlennistkasten eingebaut. Die Kirche in Gieba war
Jahrzehnte von Schleiereulen besetzt gewesen, schon Roland Bachmann hat
in den 60er und 70er Jahren diesen Brutplatz kontrolliert. Die
vergangenen beiden schneereichen Winter haben leider zu herben
Verlusten unter den Schleiereulen geführt, so dass der Platz noch
nicht wieder besiedelt wurde. Die Dohle fand in der Vergangenheit keine
Brutplätze in dieser Kirche.
( Fotos: T.
Pröhl).
Um so erfreuter waren wir, als wir bei der
diesjährigen ersten Kontrolle ein Dohlenpärchen beim Nestbau
in unserem Kasten beobachten konnten. Bisher gibt es im Raum
Schmölln keine Dohlenbrutplätze in Kirchen. Der einzige
weitere Brutplatz befindet sich auf dem ehemaligen Förderturm in
Löbichau. Die dortigen schon alle bestzten 23 Nistkästen
wurden ebenfalls von den Schmöllner Naturfreunden des NABU ABG im
Jahr 2003 angebracht. Weitere potenzielle Nistmöglichkeiten
befinden sich am Schmöllner Wasserturm und an den Plattenbauten im
Schmöllner Wohngebiet Heimstätte, alles ebenfalls auf
Initiative des NABU. Nach der Besiedlung der Giebaer Kirche hoffen wir
natürlich auf weitere Ansiedlungen im Schmöllner Gebiet.
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Unsere Löbichauer Fläche mausert sich
Seit 2007 betreuen wir eine 22 ha große
ehemalige Bergbaufläche der Wismut-AG. Ab dem Jahr 2009 steht uns
dafür unser neuer Schafstall mit kompletter
Weidezaunausrüstung, Solaranlage und eigenem Brunnen zur
Verfügung. Dass uns das moderne Weidegerät seither schon zum
zweiten Mal von dreisten Dieben gestohlen wurde, kann unseren
Enthusiasmus nicht bremsen.
Wir versuchen auf der Fläche eine halboffene Weidelandschaft durch
extensive Beweidung zu erhalten. Zu diesem Zweck wird vom
Objektbetreuer Nico Kießhauer eine dreißigköpfige
Herde Skuddenschafe gehalten. Unser besonderer Stolz sind jedoch unsere
Konikpferde, die seit 2 Jahren zusätzlich auf der Fläche
leben. Zunächst erwarben wir zwei junge Stuten, wovon eine bereits
hochträchtig war und inzwischen ein gesundes Stutenfohlen zur Welt
brachte. Im Frühling 2010 kam zur Vollständigkeit noch der
junge Hengst Gülsari hinzu. Da wir Neulinge in der Pferdehaltung
und -zucht sind, arbeiten wir eng mit dem Agrarbetrieb Bley in
Crawinkel zusammen.
Auf einer separat abgekoppelten Fläche haben wir außerdem
eine Streuobstwiese angelegt, die 35 Hochstammbäume hat
dankenswerter Weise die Firma Fielmann gestiftet.
( Fotos: T.
Pröhl).
Unser Gebiet liegt wie eine rettende Insel
inmitten einer großräumig leergenutzten, von intensivster
Landwirtschaft geprägten Landschaft. Unsere Beobachtungen der
letzten Jahre belegen eindrucksvoll, wie schnell vielerorts schon
verschwundene Tier- und Pflanzenarten die sich plötzlich bietende
Gelegenheit nutzen und zurückkehren. Eines der vorrangigen Ziele
ist der Wiesenbrüterschutz und die Förderung der
thüringenweit bedrohten Kreuzkröte. Stabile Bestände der
Vogelarten Grauammer, Wiesenpieper, Braunkehlchen und Schwarzkehlchen
haben sich mittlerweile etabliert. In den von uns angelegten
zahlreichen Kleingewässern laichen hunderte von Kreuzkröten
und erste Laubfrösche ließen sich vergangenes Jahr
vernehmen. Für die Anlage der Gewässer danken wir dem
Baggerbetrieb Knabe und dem Containerdienst Seyfarth.
Wir werden an dieser Stelle regelmäßig über die
Entwicklungen in diesem interessanten Gebiet berichten
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Neuer Horststandort für Schmöllner Störche
Die Stadt Schmölln hat ein neues Storchenpaar,
jedoch sorgt dieses für sehr viel Besorgnis. Es hat sich als
Nistplatz einen Schornstein einer Gärtnerei in der
Sömmeritzer Straße ausgesucht, welcher jedoch noch beheizt
wird. Auf dieser kann er nicht bleiben. Nun haben die Schmöllner
Mitglieder des NABU in nur wenigen Tagen ein Ausweichquartier besorgt.
Keine 100 Meter entfernt befindet sich eine ebenso große Esse,
die jedoch stillgelegt ist. Am morgigen Dienstag ab 8 Uhr wird der NABU
dem Storchenpaar einen Ausweichhorst auf die 25 Meter hohe Esse
installieren. Noch am Freitag klärte unser Mitglied Lutz
Köhler die Eigentumsfrage der zweiten Esse und holte das
Einverständnis des Eigentümers, besorgte für die Aktion
einen großen Teleskopkran und die nötigen Materialien, wie
z.B. ein Wagenrad. Zimmermann Kastel wird, wie schon oft im NABU, die
technische Ausführung in großer Höhe mit
NABU-Mitgliedern bewerkstelligen.
In den folgenden Tagen werden wir sehen, ob das
Storchenpaar umzieht. Wir glauben, dass es sich um ein noch junges
Storchenpaar handelt, welches dieses Jahr noch nicht gebrütet
hätte. Junge Störche erproben sich erst im Horstbau ehe sie
zur Brut schreiten. Der Standort auf der beheizten Esse ist auch sehr
ungünstig, denn nur auf einer Seite des Schornsteinkopfes konnten
die Störche Äste ablegen, denn über die andere zieht der
Rauch. Vielleicht hilft der neue Horst dem Storchenpaar sich dauerhaft
für Schmölln zu entscheiden. Den Vormittag verbringen die
Störche zur Zeit immer mit der Nahrungssuche in der Sprottenaue.
Ergiebige Nahrungsgründe, am besten feuchte bis nasse Wiesen, sind
notwendig, um den Störchen Nahrung zu bieten. In den letzten
Jahren entstanden durch den NABU in der Umgebung von Schmölln
mehrere Kleingewässer und Nasswiesen, so bei Nöbdenitz und
bei Löbichau. Ohne passende Nahrungsräume nützt jedoch
der beste Horststandort nichts.
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(Foto: Silvio Heidler/Gera).
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Erster Weißstorch schon Ende Februar beobachtet
Am 25. Februar 2009 konnte Silvio Heidler/Gera nahe
Schmölln einen Weißstorch kreisen sehen. Er übersandte
uns dieses Foto.
Es ist eine zu frühe Beobachtung für einen
heimziehenden Weißstorch, so dass angenommen werden muss, dass
dieser nicht im südlichen Afrika überwinterte.
In einzelnen Fällen kommt es vor, dass ein Storch
den Zug in den Süden nicht mitmacht. Dies kann mehrere Ursachen
haben: Störche, die eine Verletzung hatten und nicht rechtzeitig
wieder gesund geworden sind, machen sich nachträglich nicht mehr
alleine auf den Weg. Es kommt auch vor, dass junge Störche vom
Menschen aufgezogen werden müssen. Diese sind manchmal zu sehr an
den Menschen und regelmäßige Fütterung gewohnt, so dass
die natürlichen Instinkte verloren gegangen sind.
Auch hat sich in den letzten Jahren ein neuer Trend zur
Überwinterung in Spanien herausgebildet. Die dort
überwinternden Tiere haben natürlich eine wesentlich
geringere Zugstrecke und vermutlich sind es auch solche Tiere, die im
Spätsommer und Herbst immer später abziehen und im
Frühjahr natürlich auch schneller wieder hier sind.
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2008 auch eine Gänsegeierbeobachtung im Altenburger Land

Foto: Kathrin Pröhl/Kummer.
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Seit 2006 wurden
Einflüge von Gänsegeiern aus Südwesteuropa in
Deutschland registriert. Die neue EU-Hygieneverordnung zwingt die
dortigen Geier nach der Brutzeit weite Strecken zu fliegen, um Aas zu
finden. Früher blieb verendetes Vieh, wie Ziegen oder Schafe in
Südeuropa auf der Weide liegen oder wurde an bestimmten
Plätzen abgelagert. Die Geier hatten dadurch eine
Nahrungsgrundlage und erfüllten ihre Aufgabe als
Gesundheitspolizei. Jetzt muss jedes tote Tier beseitigt werden und
Geier finden nicht mehr genügend Nahrung. Daher unternehmen sie
weite Nahrungsflüge und wurden schon in Mecklenburg gesichtet und
fast verhungert aufgefunden. Im Jahr 2008 konnte Kathrin Pröhl in
der Feldflur von Taupadel einen Geier entdecken und hielt ihn im Foto
fest. Viele Informationen über die Geiereinflüge und die
Auswirkungen der EU-Hygieneverordnung finden Sie auf der NABU-Homepage
des Bundesverbandes.
Link zum Artikel auf Nabu.de
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aufgenommen am Großen Teich in Altenburg
(Foto: Silvio Heidler/Gera).
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Halsbandsittiche jetzt freilebend in Altenburg
Seit 2008 halten sich in
Altenburg freilebende Halsbandsittiche auf. Sie leben im Bereich des
großen Teiches bis zur Schmöllnschen Straße.
Halsbandsittiche kommen in vier Unterarten vor. Das natürliche
Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Afrika vom Senegal und Guinea bis
nach Eritrea. In Asien lebt er in einem Gebiet, das den gesamten
indischen Subkontinent sowie Pakistan, Bangladesch, Myanmar und Sri
Lanka umfasst.
Als Neubürger (Neozoon) ist er in zunehmendem Maße in den
städtischen Gebieten der nördlichen Mittelmeerländer zu
finden. Außerdem findet man ihn im Raum Paris, in den
größeren Städten Belgiens (ca. 5500) und der
Niederlande (ca. 5400), in Deutschland entlang des Rheins, besonders in
Köln, Wiesbaden (ca. 1200, ausgehend vom Schlosspark Biebrich),
Bonn, Leverkusen, Düsseldorf, Neuss, Krefeld-Bockum, Mainz,
Mannheim/Ludwigshafen, Stuttgart und Heidelberg, im Alstertal bei
Hamburg sowie im Süden und Osten Englands (ca. 10.000), wo er seit
den 1930er Jahren bekannt ist. Mittlerweile dürfte es wohl
mindestens 27.000 freilebende Halsbandsittiche in Europa geben.
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Horst im Teichgebiet
(Foto: Mike Jessat).
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Fischadler in Kopula - bald auch im Altenburger Land?
(Foto: T.
Pröhl).
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Neue Fischadlerhorste schon für interessant empfunden
November 2008: Im
vorletzten Jahr ließen wir unter Vermittlung der Unteren
Naturschutzbehörde auf vier Hochspannungsmasten Fischadlerhorste
vom Energienetzbetreiber aufbringen. Zur Zugzeit halten sich jedes Jahr
mehrere Fischadler in der Region auf und im benachbarten Sachsen sind
schon mehrere Fischadler auf Hochspannungsmasten erfolgreich gewesen.
In Thüringen hat jedoch bisher noch keine Brut stattgefunden,
obwohl es geeignete Gegenden mit Gewässern gibt. Unser
Fischadlerhorst in den Haselbacher Teichen, welcher auf einer hohen
Pappel aufgebracht wurde, wurde zwar auch schon von Fischadlern
inspiziert, jedoch ist es bisher dabei geblieben. Von den Horsten auf
den Hochspannungsmasten wurde dieses Jahr gleich einer für den
ersten Nestbau genutzt. Einige Äste schleppte der Adler ein, so
dass wir hoffen, dass es bald zur ersten Fischadlerbrut kommen wird.
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Zahlreiche Höhlenbaumverluste im Forstrevier Schmölln/Gößnitz
2008:
Ein Revierförster hat nicht nur die Aufgabe Holz zu produzieren,
sondern ist auch maßgeblich für die Naturausstattung der ihm
anvertrauten Gehölze verantwortlich. Dazu gehört auch der
Bestand an so genannten „Habitatbäumen“. Totholz- und
höhlenreiche Bäume sind damit gemeint. Durch diese
Bäume, die für die Verwertung, außer als Brennholz,
kaum noch geeignet sind, erhält ein Wald erst eine hohe
Artenvielfalt. Höhlenbäume sind sogar als Lebensstätten
geschützter Tierarten, wie Vögel und Fledermäuse durch
das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Der Förster hat
derartige Bäume mit einem grünen „H“ zu
kennzeichnen, damit diese nicht aus Versehen der Säge zum Opfer
fallen. Im Forstrevier Schmölln sind das alles Fremdworte. Hier
fallen jährlich gezielt Höhlenbäume. Und die
Eigentümer machen mit.
Naundorfer Grund bei Gößnitz höhlenfrei
Buntspecht, Grünspecht und Kleinspecht sind die
Spechte des Naundorfer Grundes westlich von Gößnitz.
Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper, Star, Kleiber und Meisen, auch
die Sumpfmeise, sind die Nachnutzer der Spechthöhlen. Zahlreiche
Fledermausarten konnten um Gößnitz schon nachgewiesen
werden. Doch diese Artenvielfalt hat im Winter 2007/08 einen starken
Verlust hinnehmen müssen, denn der Förster hat
aufgeräumt. Anders kann man das nicht bezeichnen, denn es war kein
anderer Sinn zu erkennen, als mit dem Brennholzmachen gleich Ordnung in
den Wald zu bringen. Es fielen die wertvollsten Höhlenbäume,
bis zu sieben Höhleneingänge an einem Stamm, Birken, die nur
noch als Torso morsch und mit Pilzen und Höhlen versehen im Wald
standen, so dass sie beim Umsägen in mehrere Stücke
zerbrachen. Diese toten Stämme haben keinem Nachbarbaum mehr
Licht, Wasser und Nährstoffe streitig gemacht und sind als
Feuerholz, geschweige denn für den „Schmöllner
Mutsbraten“, nicht mehr geeignet, denn das morsche Holz schwelt
nur noch, anstatt zu brennen.
Schmöllner Kopflinden ade
Der Schmöllner Pfefferberg ist seit eh und je ein
beliebtes Ausflugsziel der Sprottestädter. Aus dem Sprottetal
wandert man durch den Wald hoch auf den Pfefferberg. Uralte Kopflinden
stehen oben auf dem Berg. Der regelmäßige Schnitt hat aus
ihnen knorrige Gestalten entstehen lassen. Die Linde neigt durch ihr
weiches Holz besonders schnell zur Höhlenbildung. Oft sind die
Stämme alter Linden völlig hohl und bieten vielen Tierarten
einen idealen Lebensraum. Nicht nur Fledermäuse und Vögel
nutzen diese Hohlräume gern. Auch der Eremit, ein Käfer der
mit unseren Rosenkäfern verwandt ist, ist im Altenburger Land
recht häufig in solchen alten Linden zu finden. Er ist eine Art
der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU und genießt somit
europaweiten Schutz. Die Kopflinden in parkartiger Umgebung sind auf
Grund ihres Alters ideale Lebensräume. Da die Köpfe
regelmäßig geschnitten werden, können die hohlen Linden
sehr alt werden, denn genau wie eine Kopfweide steht ihr hohler Stamm
so sicher wie eine Litfasssäule. Weit ausladende Äste die dem
Wind Angrifffläche bieten würden, werden bei diesen
Kulturformen nicht zugelassen. Im Januar fielen etliche dieser alten
Bäume der Säge zum Opfer. Unverständnis in der
Bevölkerung und beim NABU. Die Vernichtung der Lebensstätten
wurde der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Altenburger Landes,
welche ja bekanntlich in Schmölln sitzt, angezeigt. Laut UNB wurde
die Stadt Schmölln angehört. Allein das schon müsste die
Stadt sensibilisiert haben, jedoch musste im Februar die nächste
Fällaktion festgestellt werden. Auf dem Schmöllner Lindenberg
fielen ebensolche Kopflinden wieder der Kettensäge zum Opfer. Das
nennt man nicht Unwissenheit, sondern Vorsatz. Wir sind gespannt, was
die UNB unternimmt.
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Der NABU-Präsident zu Besuch im Altenburger Land
2008:
Olaf Tschimpke, der Präsident des NABU
Deutschland, führt jedes Jahr eine Sommerreise durch einen
NABU-Landesverband durch. 2008 besuchte er den NABU Thüringen. Auf
seiner zweitägigen Reise stattete er am ersten Tag der
Landesgeschäftsstelle in im Orchideental Leutra bei Jena einen
Besuch ab. Er ließ sich den Stand des
Naturschutzgroßprojektes Orchideenregion Jena erläutern und
erfuhr, dass der dieses Jahr begonnene Tunnelbau und der Rückbau
der A4 im Leutratal eine Forderung des NABU Thüringen war,
für die lange gestritten wurde und die jetzt ein großer
Erfolg für den NABU darstellt. Am Nachmittag besuchte er die von
der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe gekauften Flächen auf dem
ehemaligen Schießplatz in Rothenstein. Mit dem Slogan
„Orchideen statt Panzer“ warb die Stiftung bundesweit
Gelder für diese herausragende Offenlandfläche (Infos: www.naturerbe.de).
Am zweiten Tag besuchte Olaf Tschimpke mehrere Projekte unseres Kreisverbandes.
NABU-Fläche Löbichau
Das erste vorgestellte Projekt war die ehemalige WISMUT-Fläche bei
Löbichau. Hierher eingeladen hatten wir auch unsere
Projektpartner. Frau Seiler vertrat als Referatsleiterin den Landkreis
und von der Gemeinde Löbichau konnten wir den Bürgermeister
Herrn Rolf Hermann begrüßen. Gemeinsam betraten wir die
Fläche und konnten das Projekt und die bisherige Entwicklung des
Gebietes vorstellen. Sehr eindrucksvoll waren auch die tiefen
Erosionsrinnen – Dynamik in der Landschaft die kaum noch
zugelassen wird und die ein Teil der Vorraussetzung der Artenvielfalt
ist.
Steinkauzprojekt Ronneburg
Um einen Mittagsimbiss einzunehmen fuhren wir in unsere
Steinkauzzuchtanlage auf das ehemalige BUGA-Gelände bei Ronneburg.
Dorthin eingeladen hatten wir die Nachnutzer des Buga-Geländes.
Der Geschäftsführer und die planende Biologin stellten uns
die zukünftige Nutzung des Geländes als Mittelalter- und
Fantasy-Park vor. Unsere Themen wie Steinkauz, Streuobstwiesen und alte
Haustierrassen sind für diesen Park sehr willkommen und
ergänzen das Angebot des Parks. Der NABU erhält im Gegenzug
mehr Beachtung für sein Steinkauzhilfsprogramm, da viele Besucher
darüber informiert werden können.
Haselbacher Teiche
Am Nachmittag fuhren wir in das Teichgebiet Haselbach. Hierher luden
wir auch den Haselbacher Bürgermeister und Vertreter der Presse
und des Lokalfernsehens ein. Sichtlich beeindruckt äußerte
sich Olaf Tschimpke über die Projekte des Kreisverbandes. Wir
erläuterten ihm und der Presse die bisherige Entwicklung des
Gebietes von der intensiv bewirtschafteten Teichwirtschaft zum
Natureldorado. Mit einem Kaffeetrinken und selbst gebackenem Kuchen war
noch etwas Zeit zum diskutieren im Teichgebiet.

Mike Jessat überreicht Nabu-Präsident einen Fledermauskasten |
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Zum Abschluss luden wir Olaf Tschimpke zum gemeinsamen Abendessen ins
Naturkundemuseum Mauritianum ein. Bei einem kleinen Rundgang durch das
Museum erhielt er noch einige Einblicke in die Natur des Altenburger
Landes und die umweltpädagogische Arbeit des Museums. Zum Abschied
und zur Erinnerung an die Reise schenkten wir unserem
NABU-Präsidenten für die neue Bundesgeschäftsstelle in
Berlin einen Holzbeton-Fledermauskasten aus heimischer Produktion mit
dem Vermerk, dass er sich bei einer 100-jährigen NABU-Gruppe die
Aktivitäten vor Ort angeschaut hat.
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Saatkrähenschlafplatz in Schmölln beseitigt
2008:
Im Januar 2008 fielen die Pappeln am Sprotteufer. Es waren alte
Pappeln, die nicht nur Dank ihres Höhlenreichtums eine
Lebensstätte für Vögel und Fledermäuse waren,
sondern auch den größten Schlafplatz für
Saatkrähen und Dohlen der Umgebung beherbergten. Die
Saatkrähe ist als Brutvogel in Thüringen ausgestorben und
auch in anderen Gegenden Europas ist ein stetiger Bestandsrückgang
zu beklagen. Aus diesem Grunde findet sich die Art in der
Vogelschutzrichtlinie der EU wieder. Lebensstätten dieser Arten
genießen ebenso einen besonderen Schutz. Dazu gehören auch
die Schlafplätze. Um diese zu beseitigen bedarf es eines
gesonderten Verfahrens, was sicherstellen soll, dass nur in
begründeten Fällen eine Ausnahme gemacht wird. Eine solche
Ausnahme wäre hier mit Sicherheit nicht gemacht worden, denn die
Pappeln am Pleißeufer waren zwar schon betagt, jedoch
gefährdeten sie weder Gebäude noch Straßen oder Wege.
Wir sind noch gespannt, was die Untere Naturschutzbehörde
erreichen wird.
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Die Plakette würdigt das Engagement
für den Schutz
gebäudebewohnender Tierarten in und an Kirchen.
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Aktion "Lebensraum
Kirchturm"
Erste Auszeichnung in
Thüringen geht an Kirche Brahmenau-Groitschen
Die gemeinsam vom NABU Bundesverband und dem Beratungsausschuss
für das Deutsche Glockenwesen ins Leben gerufene Aktion
"Lebensraum Kirchturm" hat Thüringen erreicht: Die erste
Auszeichnung im Freistaat wird die Kirche Brahmenau-Groitschen im
Altenburger Land für ihre Berücksichtigung der
Belange gebäudebewohnender Arten erhalten. Die 1785/86 erbaute
spätbarocke Dorfkirche wird schrittweise denkmalschutzgerecht
saniert und hilft in vortrefflicher Weise Arten wie dem Turmfalken, der
Schleiereule oder der Fledermausart "Braunes Langohr". Die Auszeichnung
wird durch den Landesvorsitzenden des NABU Thüringen Mike
Jessat im Rahmen des Zweiten Brahmenauer Kirchfestes
überreicht. Die Veranstaltung der
„Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Kirche
Brahmenau-Groitschen“ findet am Samstag, den 29.September um
14.00 Uhr statt.
Gelungene
Vereinbarung von Denkmal-
und Artenschutz
Die Arbeit der Interessengemeinschaft verbindet den Naturschutz mit den
Belangen des Denkmalschutzes: Ein Engagement bzw. Verständnis,
das leider in dieser Form oft schmerzlich vermisst wird. Denn immer
noch werden Kirchtürme - die nicht nur für die
genannten Arten von herausragender Bedeutung als Brutplatz,
Tageseinstand oder Quartier sind - bei Sanierungen bewusst oder
unbewusst unzugänglich gemacht. Nicht so in Brahmenau: Die
Mitglieder der Interessengemeinschaft freuen sich jedes Jahr erneut
über die erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht ihrer Turmfalken
oder über die Quartiernahme durch die "Brauen Langohren". In
diesem Jahr sind sie gespannt auf die erstmals im Kirchturm
beobachteten Schleiereulen.
Projekttage
mit Schulklassen
Um diese Freude mit anderen zu teilen, werden mehrmals im Jahr
Projekttage mit Schulklassen der Brahmenauer Grundschule zu
verschiedenen Naturschutz-Themen veranstaltet. Ebenso werden in
Zusammenarbeit mit dem Naturkundlichen Museum Mauritianum Altenburg und
dem NABU Altenburger Land besondere Vorhaben realisiert. Dazu
zählten z. B. in diesem Jahr die Beobachtung und teilweise
Video-Aufzeichnung der Turmfalkenbrut und Jungenaufzucht via Kamera.
Diese gelungene Beobachtung wurde auch in die
Kinderkolleg-Veranstaltungen des Mauritianum integriert.
Die Kirche zu
Brahmenau-Groitschen, die viele Jahre einen Dornröschenschlaf
schlief, möge eine lebendige und offene Umwelt-Kirche, die die
Bewahrung der Schöpfung erlebbar macht, werden. Dieser Wunsch
der Interessengemeinschaft findet dankenswerter Weise volle
Unterstützung von Pfarrer Sven Thriemer, der ebenfalls staunt,
wie viele faszinierende Untermieter eine Kirche haben kann. Seien Sie
zum Erntedank-Gottesdienst und dem sich anschließenden
Kirchfest herzlich willkommen!
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zu den Brahmenauer Turmfalken
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zur Kirche Brahmenau-Groitschen
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Die
1973 unter Schutz gestellten Leipziger Linden
bei Zschaschelwitz sollen ihren Schutzstatus als Naturdenkmal
verlieren. Seit ihrem Bestehen werden bei Bedarf Nachpflanzungen
vorgenommen
(Foto:
M. Jessat). |
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Verlust des
Schutzstatus?
Stellungnahme
des NABU gegen die Löschung von Naturdenkmalen
Der NABU
Thüringen spricht sich in einer Stellungnahme gegen die
Löschung des Schutzstatus von drei
„Naturdenkmalen“ im Altenburger Land aus.
Während dem Verlust von vier weiteren Naturdenkmalen
zugestimmt wird, wehren sich Landes- und Kreisverband gegen die
Löschung der Naturdenkmale „Lärche an der
oberen Heerstraße“, „Leipziger
Linden“ und „Geraer Linden“. Dass die
Naturdenkmale die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Richtlinien nicht
erfüllen, entspricht nicht der Wahrheit.
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Stellungnahme
des NABU Thüringen zum Verordnungsentwurf:
Der Löschung der Naturdenkmale
„Friedenslinde am Dreierhäuschen“ bei
Ponitz,
„Weymouthskiefer“ bei Untschen,
„Kastanienbaum-Kornhausstraße“ in
Dobitschen und
„Flurschutzstreifen“ Nörditz-Nitzschka
wird hiermit
zugestimmt. Die Begründungen sind nachvollziehbar.
Der
Löschung des Naturdenkmales „Lärche an der
oberen Heerstraße“ kann nicht zugestimmt werden.
Die Begründung, das ND entspräche nicht mehr den vom
Gesetzgeber festgelegten Richtlinien, ist nicht richtig. Dass keine
„floristischen oder faunistischen Besonderheiten gefunden
wurden“, wie es in der Begründung formuliert wurde,
ist
für den Schutzstatus „Naturdenkmal“ im
Sinne des
Bundesnaturschutzgesetzes unrelevant. Schutzwürdig kann ein
Objekt
wegen seiner Seltenheit sein, wobei nicht die Seltenheit der Art
(Spezies) vorliegen muss, sondern auch die Seltenheit des Alters
zugrunde gelegt werden kann. Das liegt hier vor. Im Altenburger Land
und auch darüber hinaus, ist eine Lärche von diesem
Alter
selten. Das war auch Ansinnen der Unterschutzstellung im Jahre 1982.
Das Naturdenkmal ist daher, im Sinne der derzeit gültigen
Fassung
des BNatSchG und des ThürNatSchG, schutzwürdig.
Der Löschung der
Naturdenkmale „Geraer Linden“ und
„Leipziger Linden“ kann nicht zugestimmt werden. Die
Schutzwürdigkeit sei nicht
gerechtfertigt, da die Naturdenkmale die vom Gesetzgeber
vorgeschriebenen Richtlinien nicht erfüllt, ist nicht richtig.
Nicht das Alter der Bäume oder ein lückenloses
Erscheinungsbild der Allee ist entscheidend für die
Erfüllung
der Schutzwürdigkeit, sondern die landeskundliche Wertigkeit
der,
die Ausfallstraßen der Stadt Altenburg markierenden
Straßenrandbepflanzungen. Es sind die
„Geraer Linden“ und die
„Leipziger Linden“ geschützt,
unabhängig vom
Alter der Bäume und unabhängig vom Erscheinungsbild.
Allein
der Fakt, dass auf herzoglichem Geheiß die wichtigsten
Ausfallstraßen der Stadt mit Linden bepflanzt wurden, ist der
im
BNatSchG genannte „landeskundliche Grund“. Jede
nachgepflanzte Linde gehört zu den Geraer Linden bzw. zu den
Leipziger Linden. Auch wenn in absehbarer Zeit keine
ursprünglichen Linden mehr vorhanden sein werden, wird es die
Leipziger bzw. Geraer Linden noch geben. Schon 1888 berichtete
Schiebold in seinem Artikel „Die Alleebäume unserer
Heimat“, dass die Linden der Peeniger, Leipziger und Geraer
Chausee, wenn sie durch Sturm gebrochen oder wegen zu hohen Alters
gefällt, durch junge Bäume ersetzt wurden. Das
Ansinnen des
Initiators der Bepflanzungen wurde 1973 erkannt und mit der
Unterschutzstellung entsprechend hervorgehoben. Damals bestanden die
Alleen schon aus Bäumen unterschiedlichen Alters. Das
Heranziehen
der Definition für eine Allee aus einem Handlungskonzept des
Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und
Infrastruktur, ist absurd. Ein Bundesgesetz kann nicht durch ein
„Landeshandlungskonzept“ beeinflusst oder
konkretisiert
werden. Für die Anwendung des Bundesgesetzes bzw. des darauf
fußenden Landesgesetzes, ist die Definition für eine
Allee
aus diesem Handlungskonzept daher unrelevant.
Die „Geraer
Linden“ und die „Leipziger Linden“ sind
unabhängig ihrer Vollständigkeit und
unabhängig vom
Alter ihrer Einzelbäume, entsprechend der Bundes- und
Landesgesetzgebung, aus landeskundlichem Grunde schutzwürdig.
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Die neu
gegründete AG soll auch dem Turmfalken helfen, der Vogel des
Jahres 2007 ist (Foto: NABU/M. Heng).
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Hilfen für Schleiereule, Turmfalke und Dohle
Erstes Treffen
der in Gründung befindlichen AG Schleiereule /
Gebäudebrüter
Am
2.
März 2007 fand im Naturkundemuseum Mauritianum ein erstes
Treffen der von NA-BU-Mitgliedern und Naturfreunden in
Gründung befindlichen Arbeitsgemeinschaft
Schleiereule/Gebäudebrüter statt. Die AG hat es sich
zur Aufgabe gemacht, die von dem verstorbenen Gerstenberger
Ornithologen Thomas Strauß in langjähriger
Tätigkeit eingerichteten und betreuten Nistplätze
aufzuteilen. Es wird angestrebt diese zugänglich zu erhalten,
gegebenen-falls zu erneuern und zu kontrollieren, um die positive
Bestandsentwicklung von Schleiereule, Turmfalke und Dohle zu
stützen.
Eine gemeinsame Bestandserfassung von Schleiereule und Turmfalke ergab
für den Bereich der Altkreise Altenburg (dem
Tätigkeitsbereich von Th. Strauß) und
Schmölln (hier v. a. durch T. Pröhl und N.
Kießhauer betreut) sowie den nordöstlichen Bereich
des Landkreises Greiz (S. Schopplich) allein von der Schleiereule
annähernd 100 bekannte Brutplätze. Im Rahmen der
ersten Zusammenkunft der AG wurde neben den entsprechenden Kontrollen
ein jährliches Treffen (ca. Mitte November) vereinbart, um die
im Laufe eines Jahres erfassten Daten auszuwerten.
Unterstützer
sind herzlich willkommen
Interessenten, die dieses Anliegen unterstützen
möchten oder über Informationen zu
Brutplätzen oder weiteren Angaben zu den genannten Arten
verfügen, wenden sich bitte an Sebastian Schopplich, Torsten
Pröhl oder das Naturkundliche Museum Mauritianum (Kontaktdaten
siehe unten). Hier ist es auch möglich, Unterstützung
bei der Einrichtung neuer Brutplätze bekommen.
Weitere Informationen über die von Thomas Strauß
betreuten Nistplätze finden Sie im NABU-Rundbrief 2005, den
Sie sich auf der Webseite kostenlos herunterladen können.
Ansprechpartner:
Sebastian Schopplich
Haus Nr. 58 (Groitschen)
07554 Brahmenau
Torsten Pröhl
Nitzschkaer Straße 29A
04626 Kummer
Naturkundliches Museum Mauritianum
Parkstraße 1
04600 Altenburg |
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Die Haselbacher Teiche sind für Fischadler zur Zugzeit eine
ergiebige Nahrungsquelle (Foto: J. Mosesso). |
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Nahrungsgast Fischadler
Hoffnung auf
Brutansiedlung im Altenburger Land
Seit
vielen Jahren werden in der thüringisch-sächsischen
Grenzregion zur Zugzeit Fischadler beobachtet. Im Altenburger Land
halten sie sich insbesondere an den größeren
Gewässern wie den Haselbacher Teichen, dem Stausee- und
Teichgebiet Windischleuba und der Talsperre Schömbach auf.
Hier gehen sie auf Nahrungssuche. Im Zuge der Bestandszunahmen in
Sachsen und Sachsen-Anhalt ist es nicht unwahrscheinlich, dass
Fischadler auch in hiesigen Gefilden eine neue Brutheimat etablieren
können. Der Fischadler, welcher von naturschutzfachlich hoher
Bedeutung ist, benötigt in der Nähe seines Horstes
fischreiche Gewässer. Die Haselbacher Teiche als artenreiches
Gewässer bieten dem Fischadler willkommene Nahrung. Deshalb
errichteten NABU-Ornithologen vor der Brutsaison 2007 im Teichgebiet in
einem beruhigten Bereich eine Nistunterlage. Seit der Errichtung
konnten bereits Fischadler in der Horstumgebung gesichtet werden. Wir
wollen hoffen, dass in Zukunft ein Päärchen die
Nistunterlage als Brutplatz annimmt. |
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Kraniche sind sehr empfindlich gegenüber Störungen in
der Brutzeit (Foto: S. Dech)
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Brut in Tagebaurestloch
Erster Brutnachweis
des Kranich in Thüringen
In einem
Tagebaurestloch nordwestlich von Altenburg konnte im Jahr 2006 eine
Brut des Kranichs nachgewiesen werden. Von mehrfacher Seite wurden zwei
Jungvögel ausfindig gemacht. Das von Birken und Pappeln
besäumte Gebiet besitzt kaum Zufahrtswege und hat somit eine
schlechte Zugänglichkeit. Ebenso zeichnet sich das Umfeld des
ehemaligen Tagebaues als relativ störungsfrei aus, da hier
keine Bundesstraßen, Industrieansiedlungen usw. vorhanden
sind. Dem Kranich kommen diese Umstände zu gute, da die Art
recht empfindlich gegenüber Störungen ist. Im Inneren
des Gebietes befinden sich aufgrund der teils
überströmten Flächen Röhrichtzonen
vom Typ Phragmites.
Bereits 2002 konnte ein Kranich zur Brutzeit in dem Tagebaurestloch
beobachtet werden. Wie wir im Rundbrief 2002 berichtet haben, bewohnte
der Vogel das Gebiet über mehrere Monate ohne Partner. Bei der
Brut im Jahr 2006 handelt es sich um den ersten Nachweis einer
Kranichbrut in Thüringen. Die Verbreitungsgrenze der Art in
Deutschland verläuft annähernd entlang der Elbe. Der
Nachweis könnte der südwestlichste Brutplatz der Art
in Ostdeutschland sein. |
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In Meuselwitz wurde 2003 auf einem Schornstein ein neuer
Weißstorch-Horst errichtet.
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Weißstorchschutz
Meister Adebar kann
kommen
In den
ersten
Aprilwochen können wir mit der Ankunft der ersten
Weißstörche auf den Horsten in unserer Region
rechnen. Die männlichen Störche treffen etwa 1 Woche
vor ihren Partnerinnen auf dem Horst ein und beginnen sofort mit den
Ausbesserungsarbeiten.
Gemeinsam beenden sie den Horstbau. Vier Wochen nach der Ankunft des
ersten Storches beginnen sie mit dem Brutgeschäft und wechseln
sich ca. einen Monat lang ab. Sind die Jungvögel
geschlüpft, beginnt für sie eine harte Zeit der
Futtersuche. Die Hauptnahrung der Störche bilden bei uns
Mäuse, Maulwürfe, Heuschrecken und
Regenwürmer. Im August geht es langsam wieder in das
Winterquartier nach Afrika.
Im Altenburger Land gab es in den letzten Jahren nur noch in Borgishain
und Kraschwitz erfolgreiche Weißstorchbruten. So war es um so
erfreulicher als im Jahre 2002 zum ersten Mal in Meuselwitz ein
Storchenpaar auf einem Schornstein beobachtet werden konnte. Dies war
für uns ein Anlass eine Nisthilfe für
Störche zu schaffen.
Am 30.07.2003 haben Familie Bauer und Familie Fischer auf dem ca. 20 m
hohen Schornstein in der Meuselwitzer Nordstraße eine
Nistunterlage errichtet. Nun steht dem Weißstorch im
nächsten Jahr ein neuer Horst zur Verfügung. Es
bleibt zu hoffen, dass sich in den nächsten Jahren ein
Storchenpaar in Meuselwitz ansiedelt.
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Am einem
Fraßplatz des Fischotters an den Haselbacher Teichen wurden
Überreste von verspeisten Fischen gefunden (Foto: M. Dech)
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Fischotter im
Altenburger Land
Spuren an den
Haselbacher Teichen
In den
letzten Monaten sind wieder verstärkt an verschiedenen Stellen
des Altenburger Landes Nachweise für die Anwesenheit des
Fischotters (Lutra lutra) verzeichnet worden. Die an stehenden und
fließenden Gewässern lebende Art beansprucht sehr
große Territorien (mehrere km²) und nutzt besonders
Fließgewässer für seine langen Wanderungen.
Neben verschiedenartigen Nachweisen (Trittsiegel, Losungen) an einigen
Fließgewässern, wurde
an den Haselbacher Teichen 2004 ein mehrfach genutzter
Fraßplatz ausgemacht. |
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Als Beispiel
eines ersten Ergebnisses die momentane Verbreitung der Kleinen
Königslibelle (Anax parthenope) Im Altenburger Land (Foto: T.
Pröhl)
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Monitoringprogramm
Gewässerdokumentation
Seit dem
3. April 2003 ist Jens Kipping beim NABU Kreisverband Altenburger Land
e.V. in einem befristeten Arbeitsverhältnis angestellt. An
dieser Stelle möchten wir seine Arbeitsaufgaben und Projekte
kurz skizzieren und vorstellen.
Jens Kipping hat von Oktober 1998 bis Januar 2003 an der Hochschule
Anhalt (FH) in Bernburg im neuen Studiengang "Naturschutz und
Landschaftsplanung" studiert und dieses Studium als erster Absolvent
mit dem Titel Diplom-Ingenieur (FH) erfolgreich (mit Auszeichnung)
abgeschlossen. Über ein Förderprogramm des
Arbeitsamtes Altenburg, das Trainee-Programm für
Hochschulabsolventen, ergab sich nach dem Studium die
Möglichkeit, für 12 Monate beim hiesigen NABU
Kreisverband angestellt zu werden, wobei das Arbeitsamt einen
Lohnkostenzuschuss gewährt, welcher seine Lohnkosten bis auf
den Arbeitgeberanteil abdeckt.
Da sich Jens Kipping seit 1992 mit den Libellen und anderen aquatischen
Insekten des Altenburger Landes beschäftigt und somit viele
(noch zu wenige) Gewässer des Landkreises
einigermaßen kennt, lag es nahe, den Arbeitsschwerpunkt auf
Gewässer zu legen. Mehr
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Der Dohle als
Gebäudebrüter kann mit Nistkästen geholfen
werden
(Foto: NABU/Ludwichowski)
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Dohlenbrutplätze
Arbeiten am Rositzer
Wasserturm
Mitte der 1990er
Jahre war der vollständige Abriss der Brikettfabrik und der
Produktionsanlagen des Teerverarbeitungswerkes in Rositz vollzogen.
Dadurch verloren die bisher in diesen Industriekomplexen
brütenden Dohlen ihre Brutplätze. Um den drastischen
Einschnitt abzumildern und die Art lokal weiter als Brutvogel zu
erhalten, sind 1997 in dem als Baudenkmal geschützten
Wasserturm (1918 im Auftrag der Deutschen Erdöl AG erbaut)
Nistkästen angebracht worden. Sie ermöglichen ein
kontrolliertes Brüten von Dohlen hinter fünf
sogenannten Wasserspeiern (Kondenswasserableitern). Diese Neuansiedlung
der nicht nur in Thüringen stark gefährdeten
Rote-Liste-Art ist gelungen. Ab Juli 2003, also erst nach dem
Ausfliegen der Jungdohlen, soll nun der Außenbereich des
Wasserturmes im Auftrag der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG)
Thüringen saniert werden. Das geringe Vorkommen der Dohle im
Altenburger Land hat die LEG veranlasst in der Planungsphase mit zu
untersuchen, ob die Möglichkeit besteht, z. B. im Bereich der
alten Restlöcher noch weitere Dohlenbrutplätze im
Turm zu schaffen. Damit soll die kleine Kolonie stabilisiert und
bestandssicherer gemacht werden.
Auch bei anderen urbanen Arten wie Turmfalke, Mauersegler, Haussperling
sowie Rauch- und Mehlschwalbe wirkt sich das aufgrund von Abriss und
Sanierung von Gebäuden zurückgegangene
Brutplatzangebot (ohne die Berücksichtigung von
Ausgleichsmaßnahmen) bereits bestandsmindernd aus. |
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