NABU Altenburger Land

 

 


 


NABU Altenburger Land
> Natur- und Artenschutz

Neueste Aktivitäten der Schmöllner Naturfreunde in Löbichau

(Januar 2012) Auch im vergangenen Jahr haben wir wieder einige Maßnahmen auf unserer Wismutfläche bei Löbichau umgesetzt. Mit fleißiger Unterstützung der Schmöllner Naturfreunde des NABU wurden zum Beispiel viele einheimische Sträucher gepflanzt und mit aufwendigen Maßnahmen haben wir unserere Obstbaumpflanzungen vor Verbiß durch unsere vierbeinigen Weidegänger geschützt. In unserem Schafstall haben wir durch Einflugöffnungen im Dachkasten viele neue Unterschlüpfe und Brutmöglichkeiten für Gebäudebewohner geschaffen.

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Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl

Wir hoffen auf noch mehr Dohlen (2011: 3 Paare im Stall), Sperlinge und Schwalben. Turmfalke und Schleiereule sind ja schon länger eingezogen. Durch Sammeln von Feldsteinen haben wir mehrere neue Steinhaufen errichten können. Mit Eigenmitteln und Spenden haben wir erneut großes Geschütz auffahren können, um mit der Biotopgestaltung fortzufahren. Ein großer Kettenbagger und eine Planierraupe haben jeweils 3 Tage lang neue Laichgewässer angelegt, Rohbodenstandorte und kleine Kießgruben geschaffen. Mittlerweile haben wir auf unserer Fläche 28 mittlere und kleine, teils temporäre, Gewässer vorzuweisen. Kreuzkröten nutzen diese jährlich zu vielen Hunderten zum Laichen, hier dürfte es sich um eines der größten Refugien der Art in Thüringen handeln.Vor allen Dingen ein Refugium, welches Bestand haben wird, und nicht, wie zum Beispiel in Tagebauen und Kießgruben , nach kurzer Zeit durch Rekultivierung wieder verschwinden. Auch vom Grasfrosch gibt es inzwischen große Bestände und der vor drei Jahren eingewanderte Laubfrosch hat letztes Jahr auch schon recht zahlreich und lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Mehr und mehr Sorgen macht uns aber, das unsere schöne Fläche immer mehr von der intensiven Landwirtschaft mit ihrer exzessiven und aggressiven Vorgehensweise, in die Zange genommen wird. Erst in letzter Zeit fanden in unmittelbarer Nähe Grünlandumbrüche, Melioration von Feuchtwiesen und ersatzlose Rodung von Feld und Flurgehölzen statt. Das alles unter dem Deckmantel der angeblichen "guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft". Das alles wird von den Behörden, bis in allerhöchste Ebenen, stillschweigend hingenommen. Wertvolle Gebiete werden durch solches Tun immer mehr zu Inseln in lebensfeindlicher Umgebung, viele Arten (Rebhuhn), können von immer weiter auseinanderliegenden Inseln, den Kontakt zu Ihresgleichen nicht mehr herstellen und werden verschwinden. Trotzdem sind wir optimistisch und sind gespannt was das Frühjahr alles bringt und werden an dieser Stelle zu gegebener Zeit berichten.

Karpatenbüffel im Altenburger Land

(April 2011) Die nächste Etappe des Karpatenbüffelprojektes hat begonnen. Seit dem 16.04.2011 stehen die mittlerweile 14 Büffel auf der Weide. Zwei Tiere fühlen sich auf unserer Nöbdenitzer Wiese (Wanderweg / Sprotteradweg von Nöbdenitz über die Rothenmühle nach Posterstein) wohl. Die übrigen 12 Tiere wurden am 16.04.2011 auf die Weide in den Pleißewiesen zwischen Remsa und Windischleuba (Wiesenweg) gebracht.

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Die Tiere haben die Umstellung vom Stall auf die neuen Wiesen schnell verkraftet. Neu war auch der elektrische Weidezaun, der inzwischen von allen Tieren problemlos akzeptiert wird. An längsten dauerte das Zusammenfinden und die Klärung der Rangfolge in der Herde.

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Foto:Uwe Andersch

Seit Ende 2010 besitzt der NABU Altenburger Land 12, mittlerweile sogar 13 Karpatenbüffel, die bald auf einigen unserer Wiesen im Landkreis weiden werden. Schon seit einigen Jahren waren wir bestrebt, geeignete Tiere für die Beweidung unserer immer größer werdenden Flächen zu finden. 2009 haben wir uns für den Karpatenbüffel entschieden, der gut an unser Klima angepasst ist, sich für eine ganzjährige Freilandhaltung eignet und sich auf den sehr feuchten bis sumpfigen Wiesen, um die es uns geht, wohl fühlt. Der Karpatenbüffel ist eine Unterart (Schlag) des Büffels, die bis vor ein bis zwei Jahrzehnten in Rumänien weit verbreitet war. Inzwischen sind die Bestände von mehreren hunderttausend Tieren bis auf wenige Reste zusammengeschrumpft. Büffel werden nur noch von wenigen, meist älteren Menschen gehalten. Aktivitäten zur Erhaltung der Unterart gibt es bisher nicht. Die Haltung in Deutschland würde insofern auch einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung leisten.

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Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl, Uwe Andersch, Mike Jessat, Lutz Köhler

 

Mit der Entscheidung für den Karpatenbüffel begann ein nicht ganz unkomplizierter Weg. Im Sommer 2009 wurden zusammen mit unserem rumänischen Kontaktmann ein Teil der Restbestände kartiert. Mitte Oktober 2009 weilten einige NABU-Mitglieder (einschließlich Tierarzt) für drei Tage in Rumänien, um das Büffelprojekt voranzutreiben. Ein Teilnehmer berichtet darüber: „Richi, unser Verbindungsmann aus Arad, hatte exzellente Vorarbeit geleistet, so dass an einem Tag (eigentlich erst ab Mittag) 10 Bauern in den beiden Dörfern Dieci und Laz besucht, Blutproben von deren Büffeln genommen und Preise ausgehandelt werden konnten. Gerade für Steffen, der erstmals in Rumänien weilte, war die durch extensive Viehhaltung geprägte Hügellandschaft um die Dörfer herum ein beeindruckendes Erlebnis. Zwischen den beiden Dörfern konnten wir auch die große Büffelherde auf der traditionellen Weide erleben. Den ganzen Tag wurden wir vom Hirtenehepaar begleitet, zunächst von der Frau, später nach „Schichtwechsel“ vom Ehemann. Bei den einzelnen Bauern gab es unterschiedliche Erlebnisse. Bei der überwiegenden Mehrheit jedoch spürte man ein besonderes Verhältnis zu ihren Tieren verbunden mit einem positiven Stolz. Hier wurden wir besonders herzlich empfangen. Jetzt im Herbst ist es üblich, die Kälber an den Schlächter zu verkaufen. Bei zwei Bauern gibt es andere Gründen, sich von den Büffeln zu trennen. Einer davon hatte im letzten Jahr bei der Maisernte eine Hand verloren und schafft es nun einfach nicht mehr, sich um die Tiere zu kümmern. Auf einem anderen Hof möchte ein Ehepaar aus Altersgründen die Büffelhaltung (3 Kühe, 1 Kalb) einstellen. Obwohl wir es eigentlich mehr auf Kälber abgesehen haben, ist dies besonders interessant, weil wir hier ein originales Anspanngeschirr mitbekommen würden.“

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Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl, Uwe Andersch, Mike Jessat, Lutz Köhler

Dem positiven Erlebnis in Rumänien folgte unmittelbar ein herber Rückschlag. Die Auswertung der Blutproben ergab, dass die Tiere mit einem Herpesvirus (BHV1) infiziert waren. Damit war ein Import nicht möglich. Da die Büffel in den Dörfern in Herden leben, war es auch unwahrscheinlich, dass es in dem untersuchten Gebiet noch nicht infizierte Tiere gibt. Für einen erfolgreichen Import ergab sich damit folgendes Szenario: Vor dem Import müssen die Tiere immunisiert werden. Das geht nur, wenn sowohl die Mutterkühe als auch die Kälber geimpft werden. Vor der Einfuhr müssen Blutproben untersucht werden. Hier ist dann eine Quarantäne und eine erneute Kontrolle erforderlich. Wir haben unseren rumänischen Kontaktmann gebeten, die Bauern über das Szenario zu informieren und sie für eine Immunisierungsaktion zu gewinnen. Erfolg hatten wird damit nicht. 2010 lief es besser. In einer anderen Gegend Rumäniens führte das gemeinsame Engagement einiger Vereinsmitglieder mit unseren Kontaktleuten in Rumänien zum Erfolg. Unsere Freunde haben diesmal herpesfreie Tiere gefunden, von denen wir 12 kaufen und Ende 2010 importieren konnten. Die 4 Kühe, 6 Färsen und 2 Jungbullen wurden zur Eingewöhnung und Quarantäne in Thonhausen im Stall eines Vereinsmitgliedes untergebracht, wo sie bisher betreut werden. Die Jungbullen stammen aus einer anderen Gegend als die Kühe und Färsen und sind mit diesen nicht blutsverwandt. Insofern liegen sehr gute Voraussetzungen für die Nachzucht vor. Der Stall in Thonhausen diente bis vor ca. 20 Jahren als Kuhstall und wurde seit dem nicht mehr genutzt. Um ihn für die Unterbringung der Büffel herzurichten, waren viele Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern und Naturfreunden aus dem Schmöllner Raum erforderlich. Anfang 2011 hat eine der Kühe ein weibliches Kälbchen zur Welt gebracht, der Bestand ist also schon gewachsen. Anfang April 2011 ist für die Büffel die Zeit im Stall vorbei. Sie werden dann auf verschiedenen Feuchtwiesen im Altenburger Land zu sehen sein. Der Weideeinsatz erfolgt zur Flächenpflege und nicht aus Interesse an „exotischen“ Rassen. Die teilweise sehr nassen bis sumpfigen Flächen sind für viele Tier- und Pflanzenarten besonders wertvoll. Sie können aber nicht sich selbst überlassen werden, da sie dann allmählich verbuschen und sich ihre Struktur erheblich verändern würde. In einem großflächigen natürlichen Umfeld ist das kein Problem, da sich an anderen Stellen entsprechende Lebensräume neu bilden. In der Kulturlandschaft ist das nicht möglich. Aus diesem Grunde besteht Naturschutz auch darin, bestimmte Lebensräume durch Pflegemaßnahmen zu erhalten. Mit den bisher eingesetzten Rindern, Schafen und Ziegen ist die Beweidung auf den beschriebenen Flächen nicht im erforderlichen Maße möglich, da diese Tiere die entsprechenden Bereiche meiden, den feuchten und sumpfigen Boden nicht vertragen bzw. die zurückzudrängenden Büsche nicht fressen.

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Foto: fokus-natur/Torsten Pröhl, Uwe Andersch, Mike Jessat, Lutz Köhler

 
Dohlen in Gieba

Vor zwei Jahren haben die Schmöllner Naturfreunde die Kirchturmkuppel der Giebaer Kirche repariert ,von Taubenkot befreit, einen Brutplatz für die Schleiereule geschaffen und einen Dohlennistkasten eingebaut. Die Kirche in Gieba war Jahrzehnte von Schleiereulen besetzt gewesen, schon Roland Bachmann hat in den 60er und 70er Jahren diesen Brutplatz kontrolliert. Die vergangenen beiden schneereichen Winter haben leider zu herben Verlusten unter den Schleiereulen geführt, so dass der Platz noch nicht wieder besiedelt wurde. Die Dohle fand in der Vergangenheit keine Brutplätze in dieser Kirche.

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( Fotos: T. Pröhl).

Um so erfreuter waren wir, als wir bei der diesjährigen ersten Kontrolle ein Dohlenpärchen beim Nestbau in unserem Kasten beobachten konnten. Bisher gibt es im Raum Schmölln keine Dohlenbrutplätze in Kirchen. Der einzige weitere Brutplatz befindet sich auf dem ehemaligen Förderturm in Löbichau. Die dortigen schon alle bestzten 23 Nistkästen wurden ebenfalls von den Schmöllner Naturfreunden des NABU ABG im Jahr 2003 angebracht. Weitere potenzielle Nistmöglichkeiten befinden sich am Schmöllner Wasserturm und an den Plattenbauten im Schmöllner Wohngebiet Heimstätte, alles ebenfalls auf Initiative des NABU. Nach der Besiedlung der Giebaer Kirche hoffen wir natürlich auf weitere Ansiedlungen im Schmöllner Gebiet.

 
Unsere Löbichauer Fläche mausert sich

Seit 2007 betreuen wir eine 22 ha große ehemalige Bergbaufläche der Wismut-AG. Ab dem Jahr 2009 steht uns dafür unser neuer Schafstall mit kompletter Weidezaunausrüstung, Solaranlage und eigenem Brunnen zur Verfügung. Dass uns das moderne Weidegerät seither schon zum zweiten Mal von dreisten Dieben gestohlen wurde, kann unseren Enthusiasmus nicht bremsen. Wir versuchen auf der Fläche eine halboffene Weidelandschaft durch extensive Beweidung zu erhalten. Zu diesem Zweck wird vom Objektbetreuer Nico Kießhauer eine dreißigköpfige Herde Skuddenschafe gehalten. Unser besonderer Stolz sind jedoch unsere Konikpferde, die seit 2 Jahren zusätzlich auf der Fläche leben. Zunächst erwarben wir zwei junge Stuten, wovon eine bereits hochträchtig war und inzwischen ein gesundes Stutenfohlen zur Welt brachte. Im Frühling 2010 kam zur Vollständigkeit noch der junge Hengst Gülsari hinzu. Da wir Neulinge in der Pferdehaltung und -zucht sind, arbeiten wir eng mit dem Agrarbetrieb Bley in Crawinkel zusammen. Auf einer separat abgekoppelten Fläche haben wir außerdem eine Streuobstwiese angelegt, die 35 Hochstammbäume hat dankenswerter Weise die Firma Fielmann gestiftet.

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( Fotos: T. Pröhl).

Unser Gebiet liegt wie eine rettende Insel inmitten einer großräumig leergenutzten, von intensivster Landwirtschaft geprägten Landschaft. Unsere Beobachtungen der letzten Jahre belegen eindrucksvoll, wie schnell vielerorts schon verschwundene Tier- und Pflanzenarten die sich plötzlich bietende Gelegenheit nutzen und zurückkehren. Eines der vorrangigen Ziele ist der Wiesenbrüterschutz und die Förderung der thüringenweit bedrohten Kreuzkröte. Stabile Bestände der Vogelarten Grauammer, Wiesenpieper, Braunkehlchen und Schwarzkehlchen haben sich mittlerweile etabliert. In den von uns angelegten zahlreichen Kleingewässern laichen hunderte von Kreuzkröten und erste Laubfrösche ließen sich vergangenes Jahr vernehmen. Für die Anlage der Gewässer danken wir dem Baggerbetrieb Knabe und dem Containerdienst Seyfarth. Wir werden an dieser Stelle regelmäßig über die Entwicklungen in diesem interessanten Gebiet berichten


 

 
Neuer Horststandort für Schmöllner Störche

Die Stadt Schmölln hat ein neues Storchenpaar, jedoch sorgt dieses für sehr viel Besorgnis. Es hat sich als Nistplatz einen Schornstein einer Gärtnerei in der Sömmeritzer Straße ausgesucht, welcher jedoch noch beheizt wird. Auf dieser kann er nicht bleiben. Nun haben die Schmöllner Mitglieder des NABU in nur wenigen Tagen ein Ausweichquartier besorgt. Keine 100 Meter entfernt befindet sich eine ebenso große Esse, die jedoch stillgelegt ist. Am morgigen Dienstag ab 8 Uhr wird der NABU dem Storchenpaar einen Ausweichhorst auf die 25 Meter hohe Esse installieren. Noch am Freitag klärte unser Mitglied Lutz Köhler die Eigentumsfrage der zweiten Esse und holte das Einverständnis des Eigentümers, besorgte für die Aktion einen großen Teleskopkran und die nötigen Materialien, wie z.B. ein Wagenrad. Zimmermann Kastel wird, wie schon oft im NABU, die technische Ausführung in großer Höhe mit NABU-Mitgliedern bewerkstelligen.  

Storch Storch
Storch Storch

In den folgenden Tagen werden wir sehen, ob das Storchenpaar umzieht. Wir glauben, dass es sich um ein noch junges Storchenpaar handelt, welches dieses Jahr noch nicht gebrütet hätte. Junge Störche erproben sich erst im Horstbau ehe sie zur Brut schreiten. Der Standort auf der beheizten Esse ist auch sehr ungünstig, denn nur auf einer Seite des Schornsteinkopfes konnten die Störche Äste ablegen, denn über die andere zieht der Rauch. Vielleicht hilft der neue Horst dem Storchenpaar sich dauerhaft für Schmölln zu entscheiden. Den Vormittag verbringen die Störche zur Zeit immer mit der Nahrungssuche in der Sprottenaue. Ergiebige Nahrungsgründe, am besten feuchte bis nasse Wiesen, sind notwendig, um den Störchen Nahrung zu bieten. In den letzten Jahren entstanden durch den NABU in der Umgebung von Schmölln mehrere Kleingewässer und Nasswiesen, so bei Nöbdenitz und bei Löbichau. Ohne passende Nahrungsräume nützt jedoch der beste Horststandort nichts.

 

 
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(Foto: Silvio Heidler/Gera).
Erster Weißstorch schon Ende Februar beobachtet

Am 25. Februar 2009 konnte Silvio Heidler/Gera nahe Schmölln einen Weißstorch kreisen sehen. Er übersandte uns dieses Foto.

Es ist eine zu frühe Beobachtung für einen heimziehenden Weißstorch, so dass angenommen werden muss, dass dieser nicht im südlichen Afrika überwinterte.

In einzelnen Fällen kommt es vor, dass ein Storch den Zug in den Süden nicht mitmacht. Dies kann mehrere Ursachen haben: Störche, die eine Verletzung hatten und nicht rechtzeitig wieder gesund geworden sind, machen sich nachträglich nicht mehr alleine auf den Weg. Es kommt auch vor, dass junge Störche vom Menschen aufgezogen werden müssen. Diese sind manchmal zu sehr an den Menschen und regelmäßige Fütterung gewohnt, so dass die natürlichen Instinkte verloren gegangen sind.
Auch hat sich in den letzten Jahren ein neuer Trend zur Überwinterung in Spanien herausgebildet. Die dort überwinternden Tiere haben natürlich eine wesentlich geringere Zugstrecke und vermutlich sind es auch solche Tiere, die im Spätsommer und Herbst immer später abziehen und im Frühjahr natürlich auch schneller wieder hier sind.

 

  2008 auch eine Gänsegeierbeobachtung im Altenburger Land
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Foto: Kathrin Pröhl/Kummer.

Seit 2006 wurden Einflüge von Gänsegeiern aus Südwesteuropa in Deutschland registriert. Die neue EU-Hygieneverordnung zwingt die dortigen Geier nach der Brutzeit weite Strecken zu fliegen, um Aas zu finden. Früher blieb verendetes Vieh, wie Ziegen oder Schafe in Südeuropa auf der Weide liegen oder wurde an bestimmten Plätzen abgelagert. Die Geier hatten dadurch eine Nahrungsgrundlage und erfüllten ihre Aufgabe als Gesundheitspolizei. Jetzt muss jedes tote Tier beseitigt werden und Geier finden nicht mehr genügend Nahrung. Daher unternehmen sie weite Nahrungsflüge und wurden schon in Mecklenburg gesichtet und fast verhungert aufgefunden. Im Jahr 2008 konnte Kathrin Pröhl in der Feldflur von Taupadel einen Geier entdecken und hielt ihn im Foto fest. Viele Informationen über die Geiereinflüge und die Auswirkungen der EU-Hygieneverordnung finden Sie auf der NABU-Homepage des Bundesverbandes.

Link zum Artikel auf Nabu.de

 

 
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aufgenommen am Großen Teich in Altenburg
(Foto: Silvio Heidler/Gera).
Halsbandsittiche jetzt freilebend in Altenburg

Seit 2008 halten sich in Altenburg freilebende Halsbandsittiche auf. Sie leben im Bereich des großen Teiches bis zur Schmöllnschen Straße.

Halsbandsittiche kommen in vier Unterarten vor. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Afrika vom Senegal und Guinea bis nach Eritrea. In Asien lebt er in einem Gebiet, das den gesamten indischen Subkontinent sowie Pakistan, Bangladesch, Myanmar und Sri Lanka umfasst.

Als Neubürger (Neozoon) ist er in zunehmendem Maße in den städtischen Gebieten der nördlichen Mittelmeerländer zu finden. Außerdem findet man ihn im Raum Paris, in den größeren Städten Belgiens (ca. 5500) und der Niederlande (ca. 5400), in Deutschland entlang des Rheins, besonders in Köln, Wiesbaden (ca. 1200, ausgehend vom Schlosspark Biebrich), Bonn, Leverkusen, Düsseldorf, Neuss, Krefeld-Bockum, Mainz, Mannheim/Ludwigshafen, Stuttgart und Heidelberg, im Alstertal bei Hamburg sowie im Süden und Osten Englands (ca. 10.000), wo er seit den 1930er Jahren bekannt ist. Mittlerweile dürfte es wohl mindestens 27.000 freilebende Halsbandsittiche in Europa geben.

 

 
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Horst im Teichgebiet
(Foto: Mike Jessat).
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Fischadler in Kopula - bald auch im Altenburger Land?
(Foto: T. Pröhl).
Neue Fischadlerhorste schon für interessant empfunden

November 2008: Im vorletzten Jahr ließen wir unter Vermittlung der Unteren Naturschutzbehörde auf vier Hochspannungsmasten Fischadlerhorste vom Energienetzbetreiber aufbringen. Zur Zugzeit halten sich jedes Jahr mehrere Fischadler in der Region auf und im benachbarten Sachsen sind schon mehrere Fischadler auf Hochspannungsmasten erfolgreich gewesen. In Thüringen hat jedoch bisher noch keine Brut stattgefunden, obwohl es geeignete Gegenden mit Gewässern gibt. Unser Fischadlerhorst in den Haselbacher Teichen, welcher auf einer hohen Pappel aufgebracht wurde, wurde zwar auch schon von Fischadlern inspiziert, jedoch ist es bisher dabei geblieben. Von den Horsten auf den Hochspannungsmasten wurde dieses Jahr gleich einer für den ersten Nestbau genutzt. Einige Äste schleppte der Adler ein, so dass wir hoffen, dass es bald zur ersten Fischadlerbrut kommen wird.
 

 
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Eremit
Zahlreiche Höhlenbaumverluste im Forstrevier Schmölln/Gößnitz

2008: Ein Revierförster hat nicht nur die Aufgabe Holz zu produzieren, sondern ist auch maßgeblich für die Naturausstattung der ihm anvertrauten Gehölze verantwortlich. Dazu gehört auch der Bestand an so genannten „Habitatbäumen“. Totholz- und höhlenreiche Bäume sind damit gemeint. Durch diese Bäume, die für die Verwertung, außer als Brennholz, kaum noch geeignet sind, erhält ein Wald erst eine hohe Artenvielfalt. Höhlenbäume sind sogar als Lebensstätten geschützter Tierarten, wie Vögel und Fledermäuse durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Der Förster hat derartige Bäume mit einem grünen „H“ zu kennzeichnen, damit diese nicht aus Versehen der Säge zum Opfer fallen. Im Forstrevier Schmölln sind das alles Fremdworte. Hier fallen jährlich gezielt Höhlenbäume. Und die Eigentümer machen mit.

Naundorfer Grund bei Gößnitz höhlenfrei

Buntspecht, Grünspecht und Kleinspecht sind die Spechte des Naundorfer Grundes westlich von Gößnitz. Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper, Star, Kleiber und Meisen, auch die Sumpfmeise, sind die Nachnutzer der Spechthöhlen. Zahlreiche Fledermausarten konnten um Gößnitz schon nachgewiesen werden. Doch diese Artenvielfalt hat im Winter 2007/08 einen starken Verlust hinnehmen müssen, denn der Förster hat aufgeräumt. Anders kann man das nicht bezeichnen, denn es war kein anderer Sinn zu erkennen, als mit dem Brennholzmachen gleich Ordnung in den Wald zu bringen. Es fielen die wertvollsten Höhlenbäume, bis zu sieben Höhleneingänge an einem Stamm, Birken, die nur noch als Torso morsch und mit Pilzen und Höhlen versehen im Wald standen, so dass sie beim Umsägen in mehrere Stücke zerbrachen. Diese toten Stämme haben keinem Nachbarbaum mehr Licht, Wasser und Nährstoffe streitig gemacht und sind als Feuerholz, geschweige denn für den „Schmöllner Mutsbraten“, nicht mehr geeignet, denn das morsche Holz schwelt nur noch, anstatt zu brennen.

Schmöllner Kopflinden ade

Der Schmöllner Pfefferberg ist seit eh und je ein beliebtes Ausflugsziel der Sprottestädter. Aus dem Sprottetal wandert man durch den Wald hoch auf den Pfefferberg. Uralte Kopflinden stehen oben auf dem Berg. Der regelmäßige Schnitt hat aus ihnen knorrige Gestalten entstehen lassen. Die Linde neigt durch ihr weiches Holz besonders schnell zur Höhlenbildung. Oft sind die Stämme alter Linden völlig hohl und bieten vielen Tierarten einen idealen Lebensraum. Nicht nur Fledermäuse und Vögel nutzen diese Hohlräume gern. Auch der Eremit, ein Käfer der mit unseren Rosenkäfern verwandt ist, ist im Altenburger Land recht häufig in solchen alten Linden zu finden. Er ist eine Art der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU und genießt somit europaweiten Schutz. Die Kopflinden in parkartiger Umgebung sind auf Grund ihres Alters ideale Lebensräume. Da die Köpfe regelmäßig geschnitten werden, können die hohlen Linden sehr alt werden, denn genau wie eine Kopfweide steht ihr hohler Stamm so sicher wie eine Litfasssäule. Weit ausladende Äste die dem Wind Angrifffläche bieten würden, werden bei diesen Kulturformen nicht zugelassen. Im Januar fielen etliche dieser alten Bäume der Säge zum Opfer. Unverständnis in der Bevölkerung und beim NABU. Die Vernichtung der Lebensstätten wurde der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Altenburger Landes, welche ja bekanntlich in Schmölln sitzt, angezeigt. Laut UNB wurde die Stadt Schmölln angehört. Allein das schon müsste die Stadt sensibilisiert haben, jedoch musste im Februar die nächste Fällaktion festgestellt werden. Auf dem Schmöllner Lindenberg fielen ebensolche Kopflinden wieder der Kettensäge zum Opfer. Das nennt man nicht Unwissenheit, sondern Vorsatz. Wir sind gespannt, was die UNB unternimmt.


 

 

Der NABU-Präsident zu Besuch im Altenburger Land

2008:

Olaf Tschimpke, der Präsident des NABU Deutschland, führt jedes Jahr eine Sommerreise durch einen NABU-Landesverband durch. 2008 besuchte er den NABU Thüringen. Auf seiner zweitägigen Reise stattete er am ersten Tag der Landesgeschäftsstelle in im Orchideental Leutra bei Jena einen Besuch ab. Er ließ sich den Stand des Naturschutzgroßprojektes Orchideenregion Jena erläutern und erfuhr, dass der dieses Jahr begonnene Tunnelbau und der Rückbau der A4 im Leutratal eine Forderung des NABU Thüringen war, für die lange gestritten wurde und die jetzt ein großer Erfolg für den NABU darstellt. Am Nachmittag besuchte er die von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe gekauften Flächen auf dem ehemaligen Schießplatz in Rothenstein. Mit dem Slogan „Orchideen statt Panzer“ warb die Stiftung bundesweit Gelder für diese herausragende Offenlandfläche (Infos: www.naturerbe.de).

Am zweiten Tag besuchte Olaf Tschimpke mehrere Projekte unseres Kreisverbandes.

NABU-Fläche Löbichau
Das erste vorgestellte Projekt war die ehemalige WISMUT-Fläche bei Löbichau. Hierher eingeladen hatten wir auch unsere Projektpartner. Frau Seiler vertrat als Referatsleiterin den Landkreis und von der Gemeinde Löbichau konnten wir den Bürgermeister Herrn Rolf Hermann begrüßen. Gemeinsam betraten wir die Fläche und konnten das Projekt und die bisherige Entwicklung des Gebietes vorstellen. Sehr eindrucksvoll waren auch die tiefen Erosionsrinnen – Dynamik in der Landschaft die kaum noch zugelassen wird und die ein Teil der Vorraussetzung der Artenvielfalt ist.

Steinkauzprojekt Ronneburg
Um einen Mittagsimbiss einzunehmen fuhren wir in unsere Steinkauzzuchtanlage auf das ehemalige BUGA-Gelände bei Ronneburg. Dorthin eingeladen hatten wir die Nachnutzer des Buga-Geländes. Der Geschäftsführer und die planende Biologin stellten uns die zukünftige Nutzung des Geländes als Mittelalter- und Fantasy-Park vor. Unsere Themen wie Steinkauz, Streuobstwiesen und alte Haustierrassen sind für diesen Park sehr willkommen und ergänzen das Angebot des Parks. Der NABU erhält im Gegenzug mehr Beachtung für sein Steinkauzhilfsprogramm, da viele Besucher darüber informiert werden können.

NABU
Nabu-Präsident

Haselbacher Teiche
Am Nachmittag fuhren wir in das Teichgebiet Haselbach. Hierher luden wir auch den Haselbacher Bürgermeister und Vertreter der Presse und des Lokalfernsehens ein. Sichtlich beeindruckt äußerte sich Olaf Tschimpke über die Projekte des Kreisverbandes. Wir erläuterten ihm und der Presse die bisherige Entwicklung des Gebietes von der intensiv bewirtschafteten Teichwirtschaft zum Natureldorado. Mit einem Kaffeetrinken und selbst gebackenem Kuchen war noch etwas Zeit zum diskutieren im Teichgebiet.

NABU
Mike Jessat überreicht Nabu-Präsident einen Fledermauskasten
Zum Abschluss luden wir Olaf Tschimpke zum gemeinsamen Abendessen ins Naturkundemuseum Mauritianum ein. Bei einem kleinen Rundgang durch das Museum erhielt er noch einige Einblicke in die Natur des Altenburger Landes und die umweltpädagogische Arbeit des Museums. Zum Abschied und zur Erinnerung an die Reise schenkten wir unserem NABU-Präsidenten für die neue Bundesgeschäftsstelle in Berlin einen Holzbeton-Fledermauskasten aus heimischer Produktion mit dem Vermerk, dass er sich bei einer 100-jährigen NABU-Gruppe die Aktivitäten vor Ort angeschaut hat.

 

  Saatkrähenschlafplatz in Schmölln beseitigt

2008: Im Januar 2008 fielen die Pappeln am Sprotteufer. Es waren alte Pappeln, die nicht nur Dank ihres Höhlenreichtums eine Lebensstätte für Vögel und Fledermäuse waren, sondern auch den größten Schlafplatz für Saatkrähen und Dohlen der Umgebung beherbergten. Die Saatkrähe ist als Brutvogel in Thüringen ausgestorben und auch in anderen Gegenden Europas ist ein stetiger Bestandsrückgang zu beklagen. Aus diesem Grunde findet sich die Art in der Vogelschutzrichtlinie der EU wieder. Lebensstätten dieser Arten genießen ebenso einen besonderen Schutz. Dazu gehören auch die Schlafplätze. Um diese zu beseitigen bedarf es eines gesonderten Verfahrens, was sicherstellen soll, dass nur in begründeten Fällen eine Ausnahme gemacht wird. Eine solche Ausnahme wäre hier mit Sicherheit nicht gemacht worden, denn die Pappeln am Pleißeufer waren zwar schon betagt, jedoch gefährdeten sie weder Gebäude noch Straßen oder Wege. Wir sind noch gespannt, was die Untere Naturschutzbehörde erreichen wird.

 

 
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Die Plakette würdigt das Engagement für den Schutz gebäudebewohnender Tierarten in und an Kirchen.
Aktion "Lebensraum Kirchturm"
Erste Auszeichnung in Thüringen geht an Kirche Brahmenau-Groitschen

Die gemeinsam vom NABU Bundesverband und dem Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen ins Leben gerufene Aktion "Lebensraum Kirchturm" hat Thüringen erreicht: Die erste Auszeichnung im Freistaat wird die Kirche Brahmenau-Groitschen im Altenburger Land für ihre Berücksichtigung der Belange gebäudebewohnender Arten erhalten. Die 1785/86 erbaute spätbarocke Dorfkirche wird schrittweise denkmalschutzgerecht saniert und hilft in vortrefflicher Weise Arten wie dem Turmfalken, der Schleiereule oder der Fledermausart "Braunes Langohr". Die Auszeichnung wird durch den Landesvorsitzenden des NABU Thüringen Mike Jessat im Rahmen des Zweiten Brahmenauer Kirchfestes überreicht. Die Veranstaltung der „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Kirche Brahmenau-Groitschen“ findet am Samstag, den 29.September um 14.00 Uhr statt.

Gelungene Vereinbarung von Denkmal- und Artenschutz
Die Arbeit der Interessengemeinschaft verbindet den Naturschutz mit den Belangen des Denkmalschutzes: Ein Engagement bzw. Verständnis, das leider in dieser Form oft schmerzlich vermisst wird. Denn immer noch werden Kirchtürme - die nicht nur für die genannten Arten von herausragender Bedeutung als Brutplatz, Tageseinstand oder Quartier sind - bei Sanierungen bewusst oder unbewusst unzugänglich gemacht. Nicht so in Brahmenau: Die Mitglieder der Interessengemeinschaft freuen sich jedes Jahr erneut über die erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht ihrer Turmfalken oder über die Quartiernahme durch die "Brauen Langohren". In diesem Jahr sind sie gespannt auf die erstmals im Kirchturm beobachteten Schleiereulen.

Projekttage mit Schulklassen

Um diese Freude mit anderen zu teilen, werden mehrmals im Jahr Projekttage mit Schulklassen der Brahmenauer Grundschule zu verschiedenen Naturschutz-Themen veranstaltet. Ebenso werden in Zusammenarbeit mit dem Naturkundlichen Museum Mauritianum Altenburg und dem NABU Altenburger Land besondere Vorhaben realisiert. Dazu zählten z. B. in diesem Jahr die Beobachtung und teilweise Video-Aufzeichnung der Turmfalkenbrut und Jungenaufzucht via Kamera. Diese gelungene Beobachtung wurde auch in die Kinderkolleg-Veranstaltungen des Mauritianum integriert.

Die Kirche zu Brahmenau-Groitschen, die viele Jahre einen Dornröschenschlaf schlief, möge eine lebendige und offene Umwelt-Kirche, die die Bewahrung der Schöpfung erlebbar macht, werden. Dieser Wunsch der Interessengemeinschaft findet dankenswerter Weise volle Unterstützung von Pfarrer Sven Thriemer, der ebenfalls staunt, wie viele faszinierende Untermieter eine Kirche haben kann. Seien Sie zum Erntedank-Gottesdienst und dem sich anschließenden Kirchfest herzlich willkommen!

Mehr zu den Brahmenauer Turmfalken

Mehr zur Kirche Brahmenau-Groitschen
 

 
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Die 1973 unter Schutz gestellten Leipziger Linden bei Zschaschelwitz sollen ihren Schutzstatus als Naturdenkmal verlieren. Seit ihrem Bestehen werden bei Bedarf Nachpflanzungen vorgenommen
(Foto: M. Jessat).
Verlust des Schutzstatus?
Stellungnahme des NABU gegen die Löschung von Naturdenkmalen

Der NABU Thüringen spricht sich in einer Stellungnahme gegen die Löschung des Schutzstatus von drei „Naturdenkmalen“ im Altenburger Land aus. Während dem Verlust von vier weiteren Naturdenkmalen zugestimmt wird, wehren sich Landes- und Kreisverband gegen die Löschung der Naturdenkmale „Lärche an der oberen Heerstraße“, „Leipziger Linden“ und „Geraer Linden“. Dass die Naturdenkmale die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Richtlinien nicht erfüllen, entspricht nicht der Wahrheit. 




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Stellungnahme des NABU Thüringen zum Verordnungsentwurf:

Der Löschung der Naturdenkmale „Friedenslinde am Dreierhäuschen“ bei Ponitz, „Weymouthskiefer“ bei Untschen, „Kastanienbaum-Kornhausstraße“ in Dobitschen und „Flurschutzstreifen“ Nörditz-Nitzschka wird hiermit zugestimmt. Die Begründungen sind nachvollziehbar.

Der Löschung des Naturdenkmales „Lärche an der oberen Heerstraße“ kann nicht zugestimmt werden. Die Begründung, das ND entspräche nicht mehr den vom Gesetzgeber festgelegten Richtlinien, ist nicht richtig. Dass keine „floristischen oder faunistischen Besonderheiten gefunden wurden“, wie es in der Begründung formuliert wurde, ist für den Schutzstatus „Naturdenkmal“ im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes unrelevant. Schutzwürdig kann ein Objekt wegen seiner Seltenheit sein, wobei nicht die Seltenheit der Art (Spezies) vorliegen muss, sondern auch die Seltenheit des Alters zugrunde gelegt werden kann. Das liegt hier vor. Im Altenburger Land und auch darüber hinaus, ist eine Lärche von diesem Alter selten. Das war auch Ansinnen der Unterschutzstellung im Jahre 1982. Das Naturdenkmal ist daher, im Sinne der derzeit gültigen Fassung des BNatSchG und des ThürNatSchG, schutzwürdig.

Der Löschung der Naturdenkmale „Geraer Linden“ und „Leipziger Linden“ kann nicht zugestimmt werden. Die Schutzwürdigkeit sei nicht gerechtfertigt, da die Naturdenkmale die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Richtlinien nicht erfüllt, ist nicht richtig. Nicht das Alter der Bäume oder ein lückenloses Erscheinungsbild der Allee ist entscheidend für die Erfüllung der Schutzwürdigkeit, sondern die landeskundliche Wertigkeit der, die Ausfallstraßen der Stadt Altenburg markierenden Straßenrandbepflanzungen. Es sind die „Geraer Linden“ und die „Leipziger Linden“ geschützt, unabhängig vom Alter der Bäume und unabhängig vom Erscheinungsbild. Allein der Fakt, dass auf herzoglichem Geheiß die wichtigsten Ausfallstraßen der Stadt mit Linden bepflanzt wurden, ist der im BNatSchG genannte „landeskundliche Grund“. Jede nachgepflanzte Linde gehört zu den Geraer Linden bzw. zu den Leipziger Linden. Auch wenn in absehbarer Zeit keine ursprünglichen Linden mehr vorhanden sein werden, wird es die Leipziger bzw. Geraer Linden noch geben. Schon 1888 berichtete Schiebold in seinem Artikel „Die Alleebäume unserer Heimat“, dass die Linden der Peeniger, Leipziger und Geraer Chausee, wenn sie durch Sturm gebrochen oder wegen zu hohen Alters gefällt, durch junge Bäume ersetzt wurden. Das Ansinnen des Initiators der Bepflanzungen wurde 1973 erkannt und mit der Unterschutzstellung entsprechend hervorgehoben. Damals bestanden die Alleen schon aus Bäumen unterschiedlichen Alters. Das Heranziehen der Definition für eine Allee aus einem Handlungskonzept des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur, ist absurd. Ein Bundesgesetz kann nicht durch ein „Landeshandlungskonzept“ beeinflusst oder konkretisiert werden. Für die Anwendung des Bundesgesetzes bzw. des darauf fußenden Landesgesetzes, ist die Definition für eine Allee aus diesem Handlungskonzept daher unrelevant.

Die „Geraer Linden“ und die „Leipziger Linden“ sind unabhängig ihrer Vollständigkeit und unabhängig vom Alter ihrer Einzelbäume, entsprechend der Bundes- und Landesgesetzgebung, aus landeskundlichem Grunde schutzwürdig.

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turmfalke
Die neu gegründete AG soll auch dem Turmfalken helfen, der Vogel des Jahres 2007 ist (Foto: NABU/M. Heng).

Hilfen für Schleiereule, Turmfalke und Dohle
Erstes Treffen der in Gründung befindlichen AG Schleiereule / Gebäudebrüter

Am 2. März 2007 fand im Naturkundemuseum Mauritianum ein erstes Treffen der von NA-BU-Mitgliedern und Naturfreunden in Gründung befindlichen Arbeitsgemeinschaft Schleiereule/Gebäudebrüter statt. Die AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, die von dem verstorbenen Gerstenberger Ornithologen Thomas Strauß in langjähriger Tätigkeit eingerichteten und betreuten Nistplätze aufzuteilen. Es wird angestrebt diese zugänglich zu erhalten, gegebenen-falls zu erneuern und zu kontrollieren, um die positive Bestandsentwicklung von Schleiereule, Turmfalke und Dohle zu stützen.

Eine gemeinsame Bestandserfassung von Schleiereule und Turmfalke ergab für den Bereich der Altkreise Altenburg (dem Tätigkeitsbereich von Th. Strauß) und Schmölln (hier v. a. durch T. Pröhl und N. Kießhauer betreut) sowie den nordöstlichen Bereich des Landkreises Greiz (S. Schopplich) allein von der Schleiereule annähernd 100 bekannte Brutplätze. Im Rahmen der ersten Zusammenkunft der AG wurde neben den entsprechenden Kontrollen ein jährliches Treffen (ca. Mitte November) vereinbart, um die im Laufe eines Jahres erfassten Daten auszuwerten.

Unterstützer sind herzlich willkommen
Interessenten, die dieses Anliegen unterstützen möchten oder über Informationen zu Brutplätzen oder weiteren Angaben zu den genannten Arten verfügen, wenden sich bitte an Sebastian Schopplich, Torsten Pröhl oder das Naturkundliche Museum Mauritianum (Kontaktdaten siehe unten). Hier ist es auch möglich, Unterstützung bei der Einrichtung neuer Brutplätze bekommen.

Weitere Informationen über die von Thomas Strauß betreuten Nistplätze finden Sie im NABU-Rundbrief 2005, den Sie sich auf der Webseite kostenlos herunterladen können.

Ansprechpartner:
Sebastian Schopplich
Haus Nr. 58 (Groitschen)
07554 Brahmenau

Torsten Pröhl
Nitzschkaer Straße 29A
04626 Kummer

Naturkundliches Museum Mauritianum
Parkstraße 1
04600 Altenburg 
 

 
fischadler

Die Haselbacher Teiche sind für Fischadler zur Zugzeit eine ergiebige Nahrungsquelle (Foto: J. Mosesso).
Nahrungsgast Fischadler
Hoffnung auf Brutansiedlung im Altenburger Land

Seit vielen Jahren werden in der thüringisch-sächsischen Grenzregion zur Zugzeit Fischadler beobachtet. Im Altenburger Land halten sie sich insbesondere an den größeren Gewässern wie den Haselbacher Teichen, dem Stausee- und Teichgebiet Windischleuba und der Talsperre Schömbach auf. Hier gehen sie auf Nahrungssuche. Im Zuge der Bestandszunahmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist es nicht unwahrscheinlich, dass Fischadler auch in hiesigen Gefilden eine neue Brutheimat etablieren können. Der Fischadler, welcher von naturschutzfachlich hoher Bedeutung ist, benötigt in der Nähe seines Horstes fischreiche Gewässer. Die Haselbacher Teiche als artenreiches Gewässer bieten dem Fischadler willkommene Nahrung. Deshalb errichteten NABU-Ornithologen vor der Brutsaison 2007 im Teichgebiet in einem beruhigten Bereich eine Nistunterlage. Seit der Errichtung konnten bereits Fischadler in der Horstumgebung gesichtet werden. Wir wollen hoffen, dass in Zukunft ein Päärchen die Nistunterlage als Brutplatz annimmt. 
 

 
kranich
Kraniche sind sehr empfindlich gegenüber Störungen in der Brutzeit (Foto: S. Dech)

Brut in Tagebaurestloch
Erster Brutnachweis des Kranich in Thüringen

In einem Tagebaurestloch nordwestlich von Altenburg konnte im Jahr 2006 eine Brut des Kranichs nachgewiesen werden. Von mehrfacher Seite wurden zwei Jungvögel ausfindig gemacht. Das von Birken und Pappeln besäumte Gebiet besitzt kaum Zufahrtswege und hat somit eine schlechte Zugänglichkeit. Ebenso zeichnet sich das Umfeld des ehemaligen Tagebaues als relativ störungsfrei aus, da hier keine Bundesstraßen, Industrieansiedlungen usw. vorhanden sind. Dem Kranich kommen diese Umstände zu gute, da die Art recht empfindlich gegenüber Störungen ist. Im Inneren des Gebietes befinden sich aufgrund der teils überströmten Flächen Röhrichtzonen vom Typ Phragmites.

Bereits 2002 konnte ein Kranich zur Brutzeit in dem Tagebaurestloch beobachtet werden. Wie wir im Rundbrief 2002 berichtet haben, bewohnte der Vogel das Gebiet über mehrere Monate ohne Partner. Bei der Brut im Jahr 2006 handelt es sich um den ersten Nachweis einer Kranichbrut in Thüringen. Die Verbreitungsgrenze der Art in Deutschland verläuft annähernd entlang der Elbe. Der Nachweis könnte der südwestlichste Brutplatz der Art in Ostdeutschland sein.  
 

 
Horstbau
In Meuselwitz wurde 2003 auf einem Schornstein ein neuer Weißstorch-Horst errichtet.

Weißstorchschutz
Meister Adebar kann kommen

In den ersten Aprilwochen können wir mit der Ankunft der ersten Weißstörche auf den Horsten in unserer Region rechnen. Die männlichen Störche treffen etwa 1 Woche vor ihren Partnerinnen auf dem Horst ein und beginnen sofort mit den Ausbesserungsarbeiten.
Gemeinsam beenden sie den Horstbau. Vier Wochen nach der Ankunft des ersten Storches beginnen sie mit dem Brutgeschäft und wechseln sich ca. einen Monat lang ab. Sind die Jungvögel geschlüpft, beginnt für sie eine harte Zeit der Futtersuche. Die Hauptnahrung der Störche bilden bei uns Mäuse, Maulwürfe, Heuschrecken und Regenwürmer. Im August geht es langsam wieder in das Winterquartier nach Afrika.
Im Altenburger Land gab es in den letzten Jahren nur noch in Borgishain und Kraschwitz erfolgreiche Weißstorchbruten. So war es um so erfreulicher als im Jahre 2002 zum ersten Mal in Meuselwitz ein Storchenpaar auf einem Schornstein beobachtet werden konnte. Dies war für uns ein Anlass eine Nisthilfe für Störche zu schaffen.
Am 30.07.2003 haben Familie Bauer und Familie Fischer auf dem ca. 20 m hohen Schornstein in der Meuselwitzer Nordstraße eine Nistunterlage errichtet. Nun steht dem Weißstorch im nächsten Jahr ein neuer Horst zur Verfügung. Es bleibt zu hoffen, dass sich in den nächsten Jahren ein Storchenpaar in Meuselwitz ansiedelt.
Mehr
 

 
Fraßspur Fischotter
Am einem Fraßplatz des Fischotters an den Haselbacher Teichen wurden Überreste von verspeisten Fischen gefunden (Foto: M. Dech)
Fischotter im Altenburger Land
Spuren an den Haselbacher Teichen 

In den letzten Monaten sind wieder verstärkt an verschiedenen Stellen des Altenburger Landes Nachweise für die Anwesenheit des Fischotters (Lutra lutra) verzeichnet worden. Die an stehenden und fließenden Gewässern lebende Art beansprucht sehr große Territorien (mehrere km²) und nutzt besonders Fließgewässer für seine langen Wanderungen. Neben verschiedenartigen Nachweisen (Trittsiegel, Losungen) an einigen Fließgewässern, wurde an den Haselbacher Teichen 2004 ein mehrfach genutzter Fraßplatz ausgemacht.
 

 
Verbreitungskarte
Als Beispiel eines ersten Ergebnisses die momentane Verbreitung der Kleinen Königslibelle (Anax parthenope) Im Altenburger Land (Foto: T. Pröhl)
Monitoringprogramm
Gewässerdokumentation 

Seit dem 3. April 2003 ist Jens Kipping beim NABU Kreisverband Altenburger Land e.V. in einem befristeten Arbeitsverhältnis angestellt. An dieser Stelle möchten wir seine Arbeitsaufgaben und Projekte kurz skizzieren und vorstellen.
Jens Kipping hat von Oktober 1998 bis Januar 2003 an der Hochschule Anhalt (FH) in Bernburg im neuen Studiengang "Naturschutz und Landschaftsplanung" studiert und dieses Studium als erster Absolvent mit dem Titel Diplom-Ingenieur (FH) erfolgreich (mit Auszeichnung) abgeschlossen. Über ein Förderprogramm des Arbeitsamtes Altenburg, das Trainee-Programm für Hochschulabsolventen, ergab sich nach dem Studium die Möglichkeit, für 12 Monate beim hiesigen NABU Kreisverband angestellt zu werden, wobei das Arbeitsamt einen Lohnkostenzuschuss gewährt, welcher seine Lohnkosten bis auf den Arbeitgeberanteil abdeckt.
Da sich Jens Kipping seit 1992 mit den Libellen und anderen aquatischen Insekten des Altenburger Landes beschäftigt und somit viele (noch zu wenige) Gewässer des Landkreises einigermaßen kennt, lag es nahe, den Arbeitsschwerpunkt auf Gewässer zu legen. Mehr
 

 
dohle
Der Dohle als Gebäudebrüter kann mit Nistkästen geholfen werden 
(Foto: NABU/Ludwichowski)

Dohlenbrutplätze
Arbeiten am Rositzer Wasserturm

Mitte der 1990er Jahre war der vollständige Abriss der Brikettfabrik und der Produktionsanlagen des Teerverarbeitungswerkes in Rositz vollzogen. Dadurch verloren die bisher in diesen Industriekomplexen brütenden Dohlen ihre Brutplätze. Um den drastischen Einschnitt abzumildern und die Art lokal weiter als Brutvogel zu erhalten, sind 1997 in dem als Baudenkmal geschützten Wasserturm (1918 im Auftrag der Deutschen Erdöl AG erbaut) Nistkästen angebracht worden. Sie ermöglichen ein kontrolliertes Brüten von Dohlen hinter fünf sogenannten Wasserspeiern (Kondenswasserableitern). Diese Neuansiedlung der nicht nur in Thüringen stark gefährdeten Rote-Liste-Art ist gelungen. Ab Juli 2003, also erst nach dem Ausfliegen der Jungdohlen, soll nun der Außenbereich des Wasserturmes im Auftrag der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen saniert werden. Das geringe Vorkommen der Dohle im Altenburger Land hat die LEG veranlasst in der Planungsphase mit zu untersuchen, ob die Möglichkeit besteht, z. B. im Bereich der alten Restlöcher noch weitere Dohlenbrutplätze im Turm zu schaffen. Damit soll die kleine Kolonie stabilisiert und bestandssicherer gemacht werden.
Auch bei anderen urbanen Arten wie Turmfalke, Mauersegler, Haussperling sowie Rauch- und Mehlschwalbe wirkt sich das aufgrund von Abriss und Sanierung von Gebäuden zurückgegangene Brutplatzangebot (ohne die Berücksichtigung von Ausgleichsmaßnahmen) bereits bestandsmindernd aus.
 


 


 

 

 

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